Die Furcht des Herrn vertreibt die Furcht des Menschen

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Ich hatte keinen christlichen Hintergrund. Als ich damals 25 Jahre alt war, hatte ich so gut wie keinen Kontakt zur Kirche oder zum Glauben an Gott. Ich wuchs teils in Deutschland, teils in den USA und gut 7 Jahre lang in Italien auf. Die dunklen Seiten des Lebens blieben mir fern. Ich genoss mein tägliches Leben und war zufrieden. Ich lebte auf einer Halbinsel in Südkalifornien und arbeitete für eine Softwareentwicklungsfirma.

Im Urlaub besuchte ich meine Schwester in Union City, New Jersey (auf der anderen Seite der USA). Mein Bruder war zu dieser Zeit auch bei ihr zu Besuch. Seit unserem letzten Treffen waren beide „zum Glauben gekommen“. Das heißt, sie hatten Jesus Christus als ihren Herrn und Erlöser in ihr Herz eingeladen. Das war damals ein seltsamer Gedanke für mich! Aber ich musste eine gewaltige, tiefgreifende Veränderung in beiden wahrnehmen. In dieser Nacht, als ich mich schlafen legte, lud ich Jesus auch in mein Herz ein - und Er zog ein!

Die Berufung zum Dienst

Etwa sechs Monate nach meiner „Wiedergeburt“ nahm ich an einem Treffen der „Full Gospel Businessmen“ in Anaheim, Kalifornien, teil. Während des Vortrags hörte ich eine Stimme hinter mir sagen: „Dan, geh nach Europa!“. Ich drehte mich sofort um - aber es war niemand da. Mir wurde klar, dass diese Stimme von Gott kam. Zwei Wochen später hatte ich meinen Haushalt aufgelöst, mein Auto verkauft und saß mit meinem Koffer, meiner Kamera und meiner Gitarre im Flugzeug nach Deutschland.

Eine meiner Schwestern lebte in der Nähe von Fürth bei Nürnberg. Mein erstes Ziel war es, einfach dorthin zu kommen. Ich hatte keinen Plan, wie es weitergehen sollte.

Hatte ich mit Unsicherheiten zu kämpfen? Sicherlich! Manchmal mehr, manchmal weniger. Oft musste ich trotz aller Unsicherheit an dem festhalten, was ich von Gott gehört hatte. Er hatte mich bis zu diesem Punkt immer wieder auf dem Weg ermutigt. Dieses „Gehen mit Gott“ war für mich das größte Abenteuer meines Lebens (und ist es heute noch!).

Die Beziehung zu und mit Gott ist schwer zu beschreiben. Auf der einen Seite ist sie das Natürlichste, was es gibt! Dafür hat Er uns geschaffen! Auf der anderen Seite ist sie aber auch erschreckend! Man sollte meinen, dass man mit dem Schöpfer aller Dinge sehr vorsichtig sein sollte!

Und doch, als wiedergeborenes Kind Gottes lässt diese Beziehung alle Arten von Emotionen und Lebenserfahrungen zu. Unser Vater im Himmel sieht uns, wenn wir schlecht gelaunt sind, aber auch, wenn wir gut gelaunt sind. Er bleibt bei uns, wenn wir Gutes tun und auch, wenn wir alles andere als Gutes tun. Seine Liebe ändert sich nicht - aber Seine Gerechtigkeit auch nicht! Unser von Gott gegebenes Gewissen hilft uns zu verstehen, wo wir auf der Skala „richtig oder falsch“ stehen. Äußerst wichtig ist die Gewissheit, dass uns die einzigartige Möglichkeit des Sündenbekenntnisses offensteht. Jesus hat dafür Sein Blut vergossen und den vollen Preis für unsere Vergebung und Wiederherstellung ein für alle Mal bezahlt.

Als wir im Haus meiner Schwester ankamen, riefen wir meinen Bruder an, der inzwischen wieder in Deutschland war. Er arbeitete mit einer christlichen Ostmission zusammen, deren Aufgabe es war, Bibeln hinter dem „Eisernen Vorhang“ zu verteilen. Am nächsten Tag besuchten wir das Hauptquartier der Mission. Eine hübsche junge Frau namens Cindy öffnete uns die Tür (sie ist heute meine Frau und Mutter unserer sechs Kinder). Ich stellte mich dem Chef vor und begann gleich am nächsten Tag dort zu arbeiten. Zuerst waren es nur Verwaltungsaufgaben. Aber es dauerte nicht lange, und die Reisen mit Bibeln und christlicher Literatur für die Brüder und Schwestern auf der anderen Seite der „Mauer“ begannen.

Unterwegs – mit Gott

Auf solche Reisen waren wir auf besondere und reale Weise auf Gottes Gegenwart und Schutz angewiesen. Unsere Fahrzeuge hatten nicht immer gute Versteckmöglichkeiten für die Bücher, Bibeln und teilweise Gegenstände, die wir transportierten. Es war für mich immer wieder erstaunlich – aber auch bestätigend – erleben zu dürfen, wie die Grenzbehörden Dinge offensichtlich nicht sahen, die regelrecht vor ihren Augen standen. Danke Jesus! Zu den damaligen Zeiten war es strengstens verboten, christliches Lehrmaterial oder Bibeln über die Grenze zu bringen. Hätte man uns erwischt, wären wir in ernste Schwierigkeiten geraten.

Die Augen eines Wolfes

Ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde, fand an einem der vielen Grenzübergänge nach Osteuropa statt.

Wir waren mit zwei Lastwagen unterwegs. Wir hatten Lebensmittel für Bedürftige auf Paletten geladen. Die Bibeln waren in Kartons auf den Paletten mit diesen Lebensmitteln verpackt. Als wir an der Grenze ankamen, kam ein jüngerer Grenzbeamter auf mich zu. Er schaute mich mit einem ernsten Blick an. Seine Augen sahen aus wie die Augen eines Wolfes. „Ich werde dich kriegen!“, schrien diese Augen leise. An diesem Tag hatte ich neben Bibeln auch einen Computer mit Tastatur und Bildschirm bei mir. Wenn Sie alt genug sind, wissen Sie noch, wie groß die Bildschirme damals waren! Von Verstecken kann keine Rede sein! Es blieb nur Zeit für ein kurzes Gebet, dann war die Seitentür meines Fahrzeugs offen. Obwohl der Bildschirm direkt vor seinen Augen stand - und offensichtlich kein „normales“ Reiseutensil war - reagierte der Grenzbeamte überhaupt nicht darauf! Unter normalen Umständen hätte ein solches Gerät damals durchaus große Skepsis bei den Grenzbeamten ausgelöst. Es war, als hätte er es überhaupt nicht gesehen! Gott hatte seine Augen einfach „geblendet“.

Ein anderes Mal war ich mit Dave, einem treuen Diener des Herrn und guten Freund, unterwegs. Ein paar Kilometer vor der osteuropäischen Grenze hatte Dave den Eindruck, dass wir die Bibeln und Bücher, die in einem „Fach“ im Fahrzeug versteckt waren, in ein anderes verlegen sollten. Wir hatten im Laufe der Zeit gelernt, solchen Eindrücken (die Gott uns auf solchen Reisen oft gab) einfach zu folgen. Als wir an der Grenze ankamen, ging der Grenzbeamte sofort auf das nun leere Fach zu! Er gab sich damit zufrieden und schaute nicht einmal weiter in das Fahrzeug - wir durften weiterfahren. Die Bücher und Bibeln kamen bei unseren Brüdern und Schwestern im Osten wieder einmal gut an!

Auch wenn wir solche göttlichen Interventionen in den Tagen des Bibeltransports häufiger erleben, sind sie nie zur Selbstverständlichkeit geworden. Jeder Transport wurde in großer Ehrfurcht durchgeführt. Wenn ich zurückblicke, muss ich meine Knie vor Gott beugen und Ihm demütig für Seine Führung und Treue danken! Aber eines hat sich mir bis heute eingeprägt: Gott ist treu und fähig über alles! Und die Reise mit Ihm ist noch lange nicht zu Ende! Unsere Ehrfurcht vor unserem Gott ermöglichte es uns, die Furcht vor den Grenzbehörden zu überwinden. Uns war klar, dass unser Gott mächtiger als alle Mächte dieses Planeten ist und dass Sein Plan für unser Leben alles andere übertrifft. Die Furcht des Herrn vertrieb regelrecht unsere Menschenfurcht!

Ich ermutige jeden Leser dieser Zeilen: Vertrauen Sie Gott in jeder Situation. Vertrauen Sie Gott, dem Vater, Jesus Christus, dem Sohn und dem Heiligen Geist - unserem einen Gott, der sich in drei Personen offenbart. Wenn Sie es noch nicht getan haben, laden Sie Ihn in Ihr Herz ein als Herrn und Retter Ihres Körpers, Ihrer Seele und Ihres Geistes.

Gott segne Sie!

Daniel Tracy
1. Vorsitzender des Internationalen Bibellehrdienstes


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