Wussten Sie, dass Ruhe entscheidend für unseren Erfolg und sogar für unser Überleben ist? Der Schlüssel zu wahrer Ruhe könnte Sie überraschen. Genau darum geht es in dieser Lehre von Derek Prince.
Wahre Anbetung
Obwohl mir schon immer bewusst war, dass Anbetung eines der wichtigsten Themen der Bibel ist, war ich mir nicht immer sicher, ob ich das wahre Wesen der Anbetung wirklich verstanden hatte.
Inzwischen bin ich jedoch zu der Überzeugung gekommen, dass wahre Anbetung etwas ganz anderes ist als vieles von dem, was heute in modernen Lobpreis- und Anbetungsgottesdiensten geschieht. Ohne kritisch sein zu wollen, sagt mir meine Erfahrung, dass dort oft nur wenig wirkliche Anbetung stattfindet.
In dieser Lehre möchten wir deshalb drei Dinge betrachten:
- die Schritte, die zu wahrer Anbetung führen,
- das Wesen der Anbetung selbst,
- und schließlich die Frucht wahrer Anbetung, die meiner Überzeugung nach Ruhe ist.
Ich glaube, wir können uns darauf einigen, dass eine Sache unter Christen heute besonders selten geworden ist: Ruhe. Wie viele von uns wissen wirklich, was es bedeutet, zur Ruhe zu kommen? Und wie viele von uns wissen wirklich, was es bedeutet, anzubeten?
Die Verbindung zwischen Anbetung und Ruhe
Um den Zusammenhang zwischen Anbetung und Ruhe besser zu verstehen, wollen wir uns Psalm 95 ansehen. Danach möchte ich einige Gedanken dazu weitergeben..
„Kommt, lasst uns dem HERRN zujubeln und jauchzen dem Fels unseres Heils! Lasst uns ihm begegnen mit Lobgesang und mit Psalmen ihm zujauchzen! Denn der HERR ist ein großer Gott und ein großer König über alle Götter. In seiner Hand sind die Tiefen der Erde, und die Gipfel der Berge gehören ihm. Sein ist das Meer, denn er hat es gemacht, und seine Hände haben das Trockene bereitet. Kommt, lasst uns anbeten und uns beugen, lasst uns niederknien vor dem HERRN, unserem Schöpfer! Denn er ist unser Gott, und wir sind das Volk seiner Weide und die Schafe seiner Hand. Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht, wie bei Meriba, wie am Tag der Versuchung in der Wüste, wo mich eure Väter versuchten; sie prüften mich und sahen doch mein Werk! Vierzig Jahre empfand ich Ekel vor diesem Geschlecht und sprach: Sie sind ein Volk, dessen Herz den Irrweg geht, und sie haben meine Wege nicht erkannt. Darum schwor ich in meinem Zorn: Sie sollen nicht in meine Ruhe eingehen!“
Es ist ungewöhnlich, dass ein Psalm mit einer solch negativen Aussage endet. Doch ich glaube, dass gerade dieser Schluss eine besondere Bedeutung für unser Thema hat.
In diesem Abschnitt werden drei Handlungen eng miteinander verbunden und doch klar voneinander unterschieden: Dank, Lobpreis und Anbetung. Einfach ausgedrückt: Wir danken Gott für das, was Er tut. Wir loben Gott für Seine Größe. Wir beten Gott an, weil Er heilig ist. Anbetung bringt uns in Beziehung zu Gott in Seiner Heiligkeit.
Von allen Eigenschaften Gottes ist Seine Heiligkeit für den menschlichen Verstand wahrscheinlich am schwersten zu erfassen. Warum? Weil es dafür auf der Erde keinen wirklichen Vergleich gibt. Wir können von Gottes Weisheit sprechen, weil wir weise Menschen kennen. Wir können von Gottes Größe sprechen, weil wir große Menschen kennen. Wir können von Gottes Macht sprechen, weil wir Macht und Kraft erleben können. Aber außerhalb Gottes selbst gibt es keine vollkommene Darstellung von Heiligkeit, die wir betrachten könnten. Heiligkeit ist eine Eigenschaft, die Gott in einzigartiger Weise gehört. Ich glaube, dass Anbetung uns ganz besonders mit dieser Heiligkeit Gottes in Verbindung bringt.
Wesentliche Schritte
Weil Gottes Heiligkeit für uns so schwer zu erfassen ist, kann es auch schwierig sein, in wahre Anbetung einzutreten. Doch ich glaube, dass es Schritte gibt, die uns dabei helfen. Psalm 100 sagt: „Geht ein zu seinen Toren mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben!“ Hier sehen wir zwei Schritte, durch die wir uns Gott nähern. Wir betreten Seine Tore mit Dank. Dann gehen wir weiter in Seine Vorhöfe mit Lobpreis. Aber keines von beidem ist bereits Anbetung. Dank und Lobpreis drücken wir im Wesentlichen mit unserem Mund aus.
Was ist dann Anbetung? Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament beschreiben die verschiedenen Begriffe für „Anbetung“ vor allem eine Haltung. Das ist sehr wichtig zu verstehen: Anbetung ist in erster Linie eine Haltung. In der Bibel werden bestimmte Körperhaltungen mit Anbetung verbunden: den Kopf neigen, den Oberkörper beugen oder auch die Arme und Hände zu Gott erheben.
Eine weitere Haltung finden wir immer wieder in der Schrift: Menschen fallen vor dem Herrn auf ihr Angesicht. Fast alle bedeutenden Persönlichkeiten der Bibel lagen irgendwann einmal mit ihrem Gesicht vor Gott auf dem Boden.
In Jesaja 6 lesen wir von einer Vision des Himmels und von den herrlichen, feurigen Wesen, die Seraphim genannt werden und am Thron Gottes anbeten. Jeder von ihnen hat sechs Flügel, also drei Flügelpaare. Mich hat immer beeindruckt, was sie mit diesen Flügeln tun. Mit zwei bedecken sie ihr Gesicht. Mit zwei bedecken sie ihre Füße. Und mit zwei fliegen sie. Ich verstehe das Bedecken von Gesicht und Füßen als Anbetung und das Fliegen als Dienst.
Achten Sie auf die Reihenfolge und auf das Verhältnis. Zunächst kommt die Anbetung vor dem Dienst. Sie bedecken Gesicht und Füße, bevor sie fliegen. Von sechs Flügeln werden vier zur Anbetung verwendet und nur zwei zum Dienst. Ich glaube, darin liegt ein richtiges Verhältnis. Wir dürfen davon ausgehen, dass Anbetung doppelt so wichtig ist wie Dienst.
Das Muster
In Psalm 95 sehe ich ein Muster dafür, wie wir in Anbetung eintreten können. Die ersten beiden Verse sprechen von überschwänglichem Lobpreis und Dank:
„Kommt, lasst uns dem HERRN zujubeln und jauchzen dem Fels unseres Heils! Lasst uns ihm begegnen mit Lobgesang und mit Psalmen ihm zujauchzen!“
Ich glaube, halbherziger Lobpreis ist für Gott schwer anzunehmen. Diese Verse lassen auf jeden Fall viel Raum für lauten, hörbaren, begeisterten und freudigen Lobpreis!
Die Verse 3 bis 5 nennen uns Gründe, warum wir Gott loben sollen:
„Denn der HERR ist ein großer Gott und ein großer König über alle Götter. In seiner Hand sind die Tiefen der Erde, und die Gipfel der Berge gehören ihm. Sein ist das Meer, denn er hat es gemacht, und seine Hände haben das Trockene bereitet.“
Wenn wir das gesamte geschaffene Universum betrachten, begegnen uns darin die Weisheit und Größe des Schöpfers. Unsere natürliche Reaktion darauf sollte Dank und Lobpreis sein.
Zwei Gründe, warum wir anbeten
Nachdem wir uns dem Herrn durch Dank und Lobpreis genähert haben, sind wir noch nicht bei der Anbetung angekommen. Doch in den Versen 6 und 7 verändert sich die Atmosphäre von Psalm 95. Nun gelangen wir zum eigentlichen Kern:
„Kommt, lasst uns anbeten und uns beugen, lasst uns niederknien vor dem HERRN, unserem Schöpfer!“
In Vers 7 werden uns dann zwei Gründe genannt, warum wir den Herrn anbeten sollen:
„Denn er ist unser Gott, und wir sind das Volk seiner Weide und die Schafe seiner Hand.“
Der erste Grund, Gott anzubeten, ist ganz einfach: Er ist Gott. Und Er ist unser Gott. Er ist das einzige Wesen im gesamten Universum, das wirklich unserer Anbetung würdig ist. Anbetung ist die deutlichste Form, in der wir Gott als Gott begegnen.
Der zweite Grund lautet: Wir sind das Volk Seiner Weide und die Herde unter Seiner Fürsorge. Anbetung ist unsere angemessene Antwort auf Gottes Fürsorge für uns.
Eine ernste Warnung
Es ist bedeutsam, dass Psalm 95 an dieser Stelle nicht endet. Er schließt mit einer ernsten Warnung:
„Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht wie bei Meriba … Vierzig Jahre empfand ich Ekel vor diesem Geschlecht und sprach: Sie sind ein Volk, dessen Herz den Irrweg geht, und sie haben meine Wege nicht erkannt. Darum schwor ich in meinem Zorn: Sie sollen nicht in meine Ruhe eingehen!“
Hier stehen zwei Möglichkeiten vor uns: Wir können uns entscheiden, in wahre Anbetung einzutreten. Oder wir können uns entscheiden, nicht einzutreten. In der Anbetung hören wir Gottes Stimme. Wenn wir dem gehorchen, was wir hören, treten wir in Seine Ruhe ein. Die unausweichliche Voraussetzung dafür, in Gottes Ruhe einzutreten, besteht darin, Seine Stimme zu hören und ihr zu gehorchen.
In Jeremia 7,23 sagt Gott zu Seinem Volk:
„Hört auf meine Stimme, so will ich euer Gott sein.“
Das ist eine der einfachsten Aussagen, die ich je darüber gelesen habe, was Gott von uns erwartet. „Hört auf meine Stimme, so will ich euer Gott sein.“ Der entscheidende Punkt ist, ob wir auf die Stimme des Herrn hören oder nicht. Ich glaube, Anbetung bringt uns an den Ort, an dem wir Gottes Stimme hören können.
Ich möchte Sie nicht schockieren, aber es reicht nicht aus, einfach nur die Bibel zu lesen. Schauen wir dazu auf Johannes 10,27:
„Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir.“
Jesus sagt, dass Seine Schafe Seine Stimme hören. Wir können Jesus nicht nachfolgen, wenn wir Seine Stimme nicht hören. Die Bibel zu lesen ist etwas Gutes und absolut notwendig. Aber es ist durchaus möglich, die Bibel zu lesen, ohne dabei die Stimme des Herrn zu hören. Ich glaube, dass Anbetung der von Gott vorgesehene Weg ist, uns in jene Haltung und Beziehung zu bringen, in der wir Seine Stimme wirklich hören können.
In Seine Ruhe eintreten
Wenn wir Gottes Stimme hören, treten wir schließlich in Seine Ruhe ein. Ich glaube: Anbetung ist der Weg zur Ruhe. Nur diejenigen, die wirklich gelernt haben anzubeten, können auch echte Ruhe erfahren. Wie ich bereits sagte, ist Ruhe unter heutigen Christen erstaunlich selten. Schauen wir dazu auf Hebräer 4,9-11:
„Also bleibt dem Volk Gottes noch eine Sabbatruhe vorbehalten; denn wer in seine Ruhe eingegangen ist, der ruht auch selbst von seinen Werken, gleichwie Gott von den seinen. So wollen wir denn eifrig bestrebt sein, in jene Ruhe einzugehen, damit nicht jemand als ein gleiches Beispiel des Unglaubens zu Fall kommt.“
Wieder macht die Schrift deutlich, dass die Israeliten aufgrund ihres Ungehorsams nicht in Gottes Ruhe eintreten konnten. Die Schrift sagt: „Also bleibt dem Volk Gottes noch eine Sabbatruhe vorbehalten.“ Ich spreche hier nicht von einer gesetzlichen Einhaltung des Sabbats. Doch es gibt etwas, das wir verpassen können, wenn wir nicht aufmerksam sind. Ich glaube, Gott kann etwas in unserem Herzen tun, das dazu führt, dass wir Seine göttlichen, ewigen und unveränderlichen Ordnungen ganz natürlich respektieren und leben.
Zum Abschluss dieser Betrachtung möchte ich Ihnen einige Fragen stellen: Nutzen Sie Ihre Zeit wirklich gut? Wissen Sie tatsächlich, was es bedeutet, zur Ruhe zu kommen? Sind Sie in der Lage, sich selbst zu disziplinieren und mit Ihren Aktivitäten und Aufgaben aufzuhören, sogar in Ihren Gedanken?
Sie und ich können etwas Neues erleben, wenn wir lernen anzubeten und zu ruhen. Ich glaube daran, Gott laut zu danken und Ihn hörbar zu loben. Aber irgendwann kommt der Moment, in dem wir gewissermaßen unsere „Flügel“ über unser Gesicht und unsere Füße legen und still werden. Dann können wir hören, was Gott zu uns sagt.
„Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht.“
Verpassen wir nicht, Seine Stimme zu hören, Ihm in Anbetung zu begegnen und in Seine Ruhe einzutreten.









