Projektfortschritt "30 Grundsteine"

E-Mail-Newsletter

Gerne würden wir Sie über neue Aktionen, Angebote und Veröffentlichungen auf dem Laufenden halten. Tragen Sie sich bitte dazu für unseren E-Mail-Newsletter ein. Der Newsletter wird in unregelmäßigen Abständen versandt. Sie können ihn jederzeit wieder abbestellen.

E-Mail-Newsletter-Anmeldung

Bitte geben Sie Ihre Daten ein:

Anrede:
Vorname:
Nachname:
eMail:
 

Mit Absenden dieses Formulars stimmen Sie zu, dass Ihre Kontaktdaten bei IBL gespeichert werden. Diese Einwilligung ist freiwillig. Sie kann jederzeit im Profil (Footer in jedem Newsletter), unter ibl[at]ibl-dpm.net oder via Post geändert oder widerrufen werden. Weitere Informationen zum Datenschutz und Ihren Rechten finden Sie unter Datenschutz.

Wenn Sie einen Arzt aufsuchen, möchten Sie die Gewissheit haben, dass er sich wirklich auskennt in seinem Fachgebiet. Wir erwarten von unseren Ärzten, dass sie in der Lage sind, uns darüber zu informieren, was wir besser machen können, um Krankheiten zu verhindern, Schmerzen bzw. Krankheiten zu lindern - wenn sie sich denn nicht vermeiden lassen - oder wie wir dafür sorgen können, dass wir gesund und fit bleiben. Wir wünschen uns, dass sie einerseits viel praktische Erfahrung auf ihrem Gebiet besitzen, dass sie aber andrerseits auch eine entsprechende Ausbildung durchlaufen haben. Wie viele von uns wären wohl bereit, einen Arzt zu konsultieren, der niemals eine Universität besucht, noch die entsprechende Fachliteratur studiert oder sich auf dem Laufenden gehalten hat hinsichtlich der neuesten Forschungsergebnisse auf seinem Fachgebiet? Über welche Fähigkeiten würde ein solcher Arzt verfügen, auf deren Grundlage er anderen Menschen erfolgreich zur Seite stehen und ihnen helfen könnte?

Die gleichen Überlegungen lassen sich auch auf uns Christen anwenden: Wir mögen die bestmöglichen praktischen Erfahrungen mit unserem Glauben gemacht haben, aber wenn wir uns nicht mit dem “Buch der Bücher” befasst bzw. es gewissenhaft studiert haben - wenn wir die Bibel nicht als den absolut verbindlichen “Standardtext” ansehen, in den wir unser volles Vertrauen setzen - dann wird uns der Erfolg in unserem Leben versagt bleiben, und das verheißene “Leben in der Fülle” wird uns entgleiten. Man kann sich den lieben langen Tag mit durchaus vernünftigen Lebensanschauungen auseinandersetzen und sich dabei alle möglichen lobenswerten Gedanken über Gott durch den Kopf gehen lassen, aber eines steht unumstößlich fest: Wenn wir nicht in Gottes Wort verwurzelt sind, dann sind unsere Worte schlichtweg unglaubwürdig! Um eine Tatsache kommen wir nun einmal nicht herum: Unser Leben als Christen muss auf der Grundlage von Gottes Wort aufbauen.

In der Bibel finden wir zwei verschiedene Anwendungen in Bezug auf den Titel ”Das Wort Gottes”. Zum einen ist damit die Bibel selbst gemeint (also das geschriebene Wort Gottes), zum anderen Jesus Christus als Person (das persönliche Wort Gottes). Beide sind unter dem Namen “Wort Gottes” bekannt. Wenn wir in der richtigen Weise mit Gott verbunden sein wollen, müssen wir demzufolge auch die richtige Beziehung zu Seinem Wort haben. Vor diesem Hintergrund wollen wir uns nun auf eine biblische “Entdeckungsreise” machen, um die Autorität und die Kraft von Gottes Wort von Grund auf zu erforschen.

Wessen Wort ist es?

Das Wort “Autorität” stammt von dem Wort “Autor” ab. Die Autorität eines Werkes beruht auf der Autorität des Autors. Er ist derjenige, der seinem Produkt - was immer dies auch sein mag - Autorität verleiht. Daher ist es wichtig, dass wir die Identität des Autors der Bibel kennen.

Alle Schrift ist von Gott eingegeben (in der engl. “New King James”-Übersetzung heißt es an dieser Stelle :”... von Gott inspiriert” - Anm. d. Übers.) und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes richtig sei, für jedes gute Werk Gottes ausgerüstet.” (2. Tim 3,16-17)

Wenn Sie also wirklich “vollkommen” sein wollen - gründlich ausgerüstet für jedes gute Werk - dann ist Ihre Quelle für all das die Heilige Schrift. Paulus sagt auch, “alle Schrift sei von Gott inspiriert”. Die genaue Definition des im griechischen Originaltext gebrauchten Ausdrucks “von Gott inspiriert” wäre im Deutschen entsprechend wiederzugeben als “vom Atem Gottes stammend”. Das Wort für “Atem” im Griechischen ist identisch mit dem griech. Wort für “Geist”. Paulus macht hier demnach die Aussage, “alle Schrift ist auf den Atem des Geistes Gottes zurückzuführen”. Die Autorität, die aller Schrift zu Grunde liegt, ist die Autorität des Heiligen Geistes. Er ist letztendlich der Autor der Bibel. Obwohl Er unterschiedliche “Werkzeuge” gebrauchte, wurde jedes dieser Werkzeuge unmittelbar von der Autorität des Heiligen Geistes geleitet - d. h., von der Autorität Gottes selbst in der Person des Heiligen Geistes. Wenn wir uns auf die Schrift berufen, berufen wir uns damit also auf die Autorität von Gott selbst.

Paulus sagt auch, dass alle Schrift von Gott inspiriert ist, nicht nur ein Teil davon. Wir können es uns nicht erlauben, Bibelstellen, die wir als wertvoll einstufen, von denen zu trennen, die uns wertlos erscheinen mögen. Der Heilige Geist selbst hat erklärt, dass alle Schrift von Gott inspiriert ist und dass alle Schrift nützlich ist. Es gibt kein einziges Buch der Bibel, das man einfach ignorieren oder für unwesentlich halten könnte. Wir können uns nicht lediglich auf ein paar allseits bekannte Schriftstellen konzentrieren und meinen, damit sei es getan.

Wenn Sie zugerüstet werden möchten - und zugerüstet bleiben wollen - müssen Sie sich auf die ganze Bibel verlassen können. Wenn Sie über das Wort Gottes nachsinnen, es “studieren” und in die Praxis umsetzen, werden Sie “von Kraft zu Kraft” gehen. Jesus sagte, dass wir das Wort Gottes hören und tun sollen - es nicht nur hören, sondern es sowohl hören als auch tun.

Sie sagen jetzt vielleicht, “Aber die Männer, die die Bibel geschrieben haben, waren zum Teil sehr schwach und unzulänglich. Und die Bibel berichtet sogar über viele ihrer Sünden.” Damit hätten Sie durchaus recht! Ich persönlich sehe darin allerdings eher einen Beweis für die Echtheit der Bibel - die Tatsache, dass sie die Sünden ihrer menschlichen “Verfasser” offenbart, beweist meines Erachtens, dass die Bibel authentisch ist. Viele Menschen heutzutage würden ihre Sünden einfach übergehen und stattdessen versuchen, sich als unfehlbar darzustellen. Die Verfasser der Bibel verhielten sich jedoch völlig anders: Selbst David, der die meisten Psalmen verfasst hat, machte keinen Hehl aus seinen schweren Sünden, sondern bekannte sie freimütig und für jedermann zugängig.

Wie kann man nun behaupten, die Bibel sei unfehlbar, wenn doch die Menschen, die sie niedergeschrieben haben, zugegebenermaßen alles andere als unfehlbar waren? Der folgende Bibelvers aus Psalm 12 gibt eine wunderbare Antwort auf diese Frage: “Die Worte des Herrn sind reine Worte - wie Silber, in einem irdenen Schmelzofen geläutert, siebenmal gereinigt.” (Vers 7 - z. T. wörtl. a. d. engl. “New King James”-Version der Bibel übersetzt).

Hier wird uns eine genaue Vorstellung über den damaligen Prozess der Läuterung von Metallen vermittelt: Man baute einen Ofen aus Lehm, entzündete ein Feuer darin und legte dann die Metalle hinein, die geläutert werden sollten. In diesem “Bild” werden also drei Dinge beschrieben - der Ofen aus Lehm (ein Symbol für das menschliche Werkzeug, das ebenfalls nur aus “Lehm” bzw. aus Staub geschaffen ist), und das Feuer (Symbol für den Heiligen Geist), wodurch das Silber (Symbol für die Botschaft) geläutert wird. Diese Beschreibung bringt zum Ausdruck, wie fehlbare Männer und Frauen als Kanäle dienen können, durch die das inspirierte, absolut unfehlbare Wort Gottes zustande kommt: Der Lehm in diesem “Bild” ist das menschliche Gefäß, das Feuer ist der Heilige Geist und das Silber ist die göttliche Botschaft.

Die Bibel wurde durch das Feuer des Heiligen Geistes siebenmal geläutert und ist somit absolut zuverlässig, obwohl sie durch “Gefäße aus Ton” - schwache, fehlbare, sündhafte Männer und Frauen - überliefert worden ist.    

Jesus und das Wort

Wir müssen uns näher anschauen, wie Jesus selbst über die Bibel dachte. Er dient uns, seinen Jüngern, schließlich als Vorbild. Was war Seine Einstellung der Bibel gegenüber? Um dies herauszufinden, werden wir Seine Antwort im Lauf einer Diskussion mit jüdischen Leitern ein wenig unter die Lupe nehmen: “Wenn er jene Götter nannte, an die das Wort Gottes erging - und die Schrift kann nicht ausgelöscht werden - ....”. (Joh. 10,35)

Hier wendet Jesus die beiden Titel auf die Bibel an, die auch Seine Nachfolger seither benutzt haben: das Wort Gottes und die Schrift. Immer wenn Er die Bezeichnung Wort Gottes gebraucht, gibt Er damit zu verstehen, dass es aus Gott hervorgeht. Gottes Wort hatte Seinen Ursprung nicht im Menschen; es kam unmittelbar vom Himmel, von Gott selbst. Spricht Er dagegen von der Schrift, dann meint Er damit das Wort, das in schriftlicher Form vorliegt. Gott hat vieles gesagt, was nicht schriftlich festgehalten wurde, aber die Dinge, von denen die Bibel berichtet, sind zu unserem besonderen Nutzen aufgezeichnet. Sie enthalten all das, was wir in Bezug auf unsere Errettung wissen müssen.

Die Einstellung Jesu gegenüber der Schrift lässt sich in diesem einen Satz zusammenfassen: “Die Schrift kann nicht ausgelöscht werden.“ Es gibt nichts, was die Autorität der Heiligen Schrift vollkommener zum Ausdruck bringen könnte als dieser einfache Satz.

Nun wollen wir untersuchen, wie Jesus die Schrift gebrauchte - Er ist unser Musterbeispiel. Wir werden uns zunächst einmal genauer ansehen, was geschah, als Jesus in der Wüste von Satan versucht wurde. Das Ende von Matthäus Kapitel 3 berichtet über die Taufe Jesu im Jordan: “Und als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser herauf; und siehe, die Himmel wurden geöffnet, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und auf sich kommen. Und siehe, eine Stimme <kommt> aus den Himmeln, welche spricht: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.” (Mt 3,16-17)  

Sie und ich mögen nun vielleicht denken, dass Jesus nach diesem Ereignis einen leichten Weg vor sich hatte: Er hatte schließlich sowohl die Bestätigung des Vater als auch des Heiligen Geistes erhalten - neben der von Johannes dem Täufer. Aber so war es nicht geplant! Nach dieser unmissverständlichen und gewaltigen Begegnung mit Johannes dem Täufer fand sich Jesus nämlich plötzlich in der Wüste wieder, wo Er vierzig Tage lang fastete und vom Teufel versucht wurde!

Geben Sie sich bitte nicht der Illusion hin, dass Gottes Segnungen unweigerlich zu einem Leben führen, das niemals von Problemen heimgesucht wird! In gewisser Hinsicht ist manchmal sogar das genaue Gegenteil der Fall: Sie werden feststellen, dass ihr Leben dadurch möglicherweise sogar erschwert wird, weil Satan nun einmal in erhöhtem Maße feindlich gegen diejenigen gesinnt ist, auf denen die Salbung Gottes ruht.

Lukas sagt, dass Jesus vom Heiligen Geist in die Wüste geführt wurde (s. Lu 4,1), aber am Ende der vierzig Tage kam Er in der Kraft des Geistes daraus hervor (s. Vers 14). Beachten Sie den Unterschied: Vom Heiligen Geist geführt zu werden, ist eine Sache; wenn man jedoch im Einklang mit dem Heiligen Geist lebt und in Seiner Kraft handelt, ist man damit in eine ganz andere Dimension eingetreten! Das Letztere wird im Leben Jesu erst sichtbar, nachdem Er Seine Auseinandersetzung mit Satan in der Wüste siegreich beendet hatte. Auf diese oder andere Weise muss jeder von uns denselben Weg einschlagen: Auch wir müssen zuerst die Versuchung und den Widerstand überwinden, ehe wir in der Kraft des Heiligen Geistes wandeln können.

Als Satan (in Matthäus 4) vor Jesus erschien, versuchte er als Erstes, Ihn zum Zweifeln zu bringen. Dies ist fast ohne Ausnahme der allererste Versuch, den Satan startet. Er fängt nicht damit an, dass er das Wort Gottes sofort verleugnet, sondern er versucht, es zu hinterfragen oder in Zweifel zu ziehen. Beachten Sie, mit welchen Worten sich Satan ganz zu Anfang Jesus nähert: “Und der Versucher trat zu ihm hin und sprach: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich, dass diese Steine Brote werden!” (Mt 4,3)

Vergessen Sie bitte nicht, dass Gott unmittelbar zuvor vom Himmel gesprochen hatte, indem Er sagte: “Dies ist mein geliebter Sohn!” Satan forderte Jesus heraus, diese soeben von Gott vernommenen Worte in Zweifel zu ziehen, indem er sich quasi wie folgt an Jesus wandte: ”Wenn Du wirklich Gottes Sohn bist, dann beweise es einfach dadurch, dass Du jetzt etwas unternimmst: Mach’ doch Brot aus diesen Steinen hier!”

“Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: ’Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht’.” (Mt 4,4)

Das ist sehr wichtig: Jesus reagiert auf diese Versuchung, indem Er sich auf das geschriebene Wort Gottes beruft: “Es steht geschrieben.” Bilden Sie sich bitte nicht ein, Sie wären schlau genug, sich auf eine Diskussion mit dem Teufel einlassen zu können - er ist nämlich weitaus schlauer als Sie! Er befasst sich schon seit sehr langer Zeit mit diesem “Geschäft” - machen Sie also gar nicht erst den Versuch, ihn mit Ihren Argumenten zu überzeugen. Konfrontieren Sie ihn stattdessen mit der Schrift wie Jesus es tat, der jedes Mal, wenn Er versucht wurde, zur Antwort gab: “Es steht geschrieben.” Und wenn immer Jesus diese Worte aussprach, wechselte Satan sofort das Thema - er wusste sehr wohl, dass er der Schrift nichts entgegenzusetzen hatte! Lassen Sie sich also nicht dazu verführen, Satan mit Ihrem Verstand überwinden zu wollen, sondern antworten Sie ihm mit dem geschriebenen Wort Gottes. Die Schrift hat unumstrittene Autorität! Nehmen Sie diese Tatsache an, richten Sie Ihr Leben danach aus, und gebrauchen Sie sie, um dem Teufel zu antworten - auf das Wort Gottes hat er nämlich nichts zu erwidern.

In Eph 6,17 sagt Paulus: “... und nehmt das Schwert des Geistes, das ist Gottes Wort!” Im Griechischen gibt es zwei verschiedene Ausdrücke für “Wort” - Logos und Rhema. Mit dem Wort Logos ist der gesamte, ewige Ratschluss Gottes gemeint; Rhema dagegen ist ein gesprochenes Wort Gottes. In der oben zitierten Bibelstelle wird letztere Bezeichnung gebraucht, “... nehmt das Schwert des Geistes, das ist das (Rhema, also das gesprochene) Wort Gottes.” Wenn Sie Satan gegenüberstehen, müssen Sie ihn konfrontieren, indem Sie das Wort Gottes aussprechen.

Die Bibel bietet Ihnen keinen Schutz, solange sie lediglich einen Platz auf Ihrem Bücherregal einnimmt - selbst auf Ihrem Nachttisch nützt Sie Ihnen absolut nichts! Die Bibel ist nur dann wirksam, wenn Sie sie zitieren. Sie müssen sie “in den Mund nehmen”, indem Sie die jeweiligen Worte selbst aussprechen. Erst dann wird die Bibel zum scharfen Schwert, vor dem der Teufel die Flucht ergreift. Es gibt nichts, was er dem entgegensetzen könnte!

Nun wollen wir uns genauer ansehen, was Jesus über die Autorität zu sagen hat, die das geschriebene Wort Gottes besitzt - also über das, was wir das Alte Testament nennen:

Meint nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.” (Mt 5,17-18).

Das Wort “Jota” im modernen Hebräisch ist yod, der kleinste Buchstabe des Alphabets. Das Wort “Strichlein” im heutigen Hebräisch ist keraia - ein kleiner Bogen, mit dem man einen Buchstaben markiert, um ihn von einem anderen Buchstaben unterscheiden zu können, der sehr ähnlich aussieht. Diese beiden Zeichen sind die kleinsten überhaupt, die man in einem geschriebenen hebräischen Text vorfindet, und Jesus sagt hier, dass nicht ein einziger von ihnen jemals vergehen wird. Mit dieser Äußerung bezieht Er sich nicht auf das gesprochene Wort Gottes, da die Worte “Jot” und “Strichlein” nur in Verbindung mit einem geschriebenen Text vorkommen. Jesus spricht sich demnach eindeutig für die uneingeschränkte Autorität des geschriebenen Wortes Gottes aus.

Einige Zeit danach - genauer gesagt, nahezu am Ende Seines Dienstes auf Erden - setzt sich Jesus mit den Sadduzäern (den damaligen “Liberalen”) auseinander, die die Autorität der Schrift nur teilweise akzeptierten, da sie lediglich die Autorität der ersten fünf Bücher (den sog. “Pentateuch”) der Schrift anerkannten. Sie stellten die Lehre in Frage, nach der es eine Auferstehung von den Toten geben wird, und konfrontierten Jesus mit einer hinterlistigen Frage, auf die Er ihnen folgende Antwort gab: “Was aber die Auferstehung der Toten betrifft: Habt ihr nicht gelesen, was zu euch geredet ist von Gott, der da spricht: ‘Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs?’. Gott ist nicht der Gott von Toten, sondern von Lebenden.” (Mt 22, 31-32)

Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, wie Jesus die oben zitierte Schriftstelle gebrauchte: Diese Worte wurden 1400 Jahre zuvor von Mose niedergeschrieben - genau genommen handelt es sich hierbei um die Worte des Herrn, die unmittelbar an Mose gerichtet waren. Aber Jesus behandelte sie durchaus nicht so, als wären dies Worte, die Mose bereits 1400 Jahre vor diesem Zeitpunkt vernommen hätte. Er sagte: “Habt ihr denn nicht gelesen, was Gott zu euch geredet hat?” Die Heilige Schrift ist niemals veraltet. Sie ist niemals so zu verstehen, als sei sie lediglich ein Bericht über die Intelligenz des Menschen. Sie ist von Gott inspiriert. Selbst wenn man sie bereits vor 3000 Jahren niedergeschrieben hätte, würde es sich dabei auch heute noch um die Stimme Gottes handeln, die weiterhin zu uns spricht. Genauso beurteilt Jesus die Autorität der Schrift.

Die Autorität des Neuen Testaments

Die Autorität, die dem Neuen Testament zugrunde liegt, unterscheidet sich in keiner Weise von der des Alten Testaments. Um diese Aussage zu belegen, werden wir folgende Bibelstelle betrachten, die uns zeigt, wie Jesus zu Seinen Jüngern sprach, um sie mit der Tatsache vertraut zu machen, dass Er sie bald verlassen würde: “Dies habe ich zu euch geredet, während ich bei euch weile. Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.” (Joh 14,25-26).

Die den Schriften der Apostel zugrunde liegende Autorität ist die Autorität des Heiligen Geistes. Jesus sagt hier, dass Er zwei Dinge tun würde: Was immer ich euch nicht selbst gelehrt habe, wird Er euch lehren. Er wird euch auch an alles erinnern, was ich euch bereits gesagt habe, ihr aber möglicherweise wieder vergessen werdet.” Die Berichterstattung der Evangelien ist also nicht vom menschlichen Gedächtnis abhängig, sondern einzig und allein von der Wahrheit des Heiligen Geistes.

Ich möchte Sie übrigens auf die Tatsache hinweisen, dass Jesus an dieser Stelle bewusst gegen die Regeln der Grammatik verstößt, um zu betonen, dass der Heilige Geist nicht ein “Es” ist, sondern vielmehr ein “Er”. Hätte Er diese Regeln nämlich genau befolgt, so hätte Er anstelle des Pronomens “Er” das in diesem Falle von der griechischen Grammatik vorgeschriebene Pronomen “Es” gebrauchen müssen. Es ist von großer Wichtigkeit, dass Sie verstehen, dass wir es bei dem Heiligen Geist nicht mit einem bloßen “Es” zu tun haben, sondern mit einem “Er” - Er ist eine Person, und Sie müssen Ihn auch als solche behandeln!

In Johannes 16 offenbart uns Jesus ein weiteres, sehr bedeutsames Merkmal des Heiligen Geistes: “Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen, denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen.” (Joh 16, 13-14).

Der Heilige Geist verherrlicht immer Jesus! Sollten Sie jemals mit irgendwelchen geistlichen Manifestationen zu tun haben, die nicht Jesus - sondern stattdessen einen Menschen oder sonst irgend etwas - verherrlichen, dann können Sie sich absolut sicher sein, dass sie ihren Ursprung nicht im Heiligen Geist haben. Die primäre Aufgabe des Heiligen Geistes besteht darin, Jesus zu offenbaren und Ihn zu verherrlichen. Die Bibel fordert uns dazu auf, geistliche Dinge zu überprüfen - wir können im wahrsten Sinne des Wortes herausfinden, “wes Geistes Kind” eine bestimmte Sache ist, indem wir uns die Frage stellen, ob sie dazu dient, dass Jesus verherrlicht wird. Wenn immer dies nicht der Fall ist - egal, wie gut oder wie hochgeistlich sich etwas anhören mag oder mit welch lauter, klangvoller Stimme etwas verkündet wird - es kann unmöglich vom Heiligen Geist inspiriert sein, weil dieser einzig und allein Jesus verherrlicht! Ich selbst bin mir dieser Tatsache voll bewusst. Ich überprüfe mich daher regelmäßig, indem ich mir die Frage stelle: “Verherrliche ich damit Jesus, oder versuche ich stattdessen, die Menschen davon zu überzeugen, dass Derek Prince eine wichtige Person ist?” Derek Prince ist nur ein Sünder, der durch die Gnade Gottes errettet wurde!

In meinem nächsten Lehrbrief werden wir das Wesen von Gottes Wort noch etwas genauer unter die Lupe nehmen. Auf diesem Wege möchte ich Ihnen vermitteln, was für eine gewaltige Kraft das Wort Gottes besitzt und welche Auswirkungen es auf Ihr persönliches Leben haben kann.

Im Dienste des Meisters,
Derek Prince


Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok