Projektfortschritt "30 Grundsteine"

E-Mail-Newsletter

Gerne würden wir Sie über neue Aktionen, Angebote und Veröffentlichungen auf dem Laufenden halten. Tragen Sie sich bitte dazu für unseren E-Mail-Newsletter ein. Der Newsletter wird in unregelmäßigen Abständen versandt. Sie können ihn jederzeit wieder abbestellen.

E-Mail-Newsletter-Anmeldung

Bitte geben Sie Ihre Daten ein:

Anrede:
Vorname:
Nachname:
eMail:
 

Mit Absenden dieses Formulars stimmen Sie zu, dass Ihre Kontaktdaten bei IBL gespeichert werden. Diese Einwilligung ist freiwillig. Sie kann jederzeit im Profil (Footer in jedem Newsletter), unter ibl[at]ibl-dpm.net oder via Post geändert oder widerrufen werden. Weitere Informationen zum Datenschutz und Ihren Rechten finden Sie unter Datenschutz.

Ich möchte euch auch heute wieder einen Schlüssel zu einem erfolgreichen Leben nahe bringen, den Gott mir in vielen Jahren persönlicher Erfahrung und des vollzeitlichen Dienstes in die Hand gegeben hat.

Das Thema dieser Betrachtung haben ich in Form einer Frage formuliert: »Was ist der Mensch?« In der Bibel wird diese Frage gestellt und auch beantwortet. Ich glaube nicht, dass es noch eine andere Quelle gibt, bei der wir uns eine zuverlässige Antwort auf diese Frage holen könnten.

Soweit also unsere Fragestellung: "Was ist der Mensch?"

"Was ist der Mensch?" Der Psalmist David stellt diese Frage in Psalm 8, wo es heißt:

Psalm 8,4-9
"4 Wenn ich anschaue deinen Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: 5 Was ist der Mensch, dass du sein gedenkst, und des Menschen Sohn, dass du dich um ihn kümmerst? 6 Denn du hast ihn wenig geringer gemacht als Engel...,"

Für "Engel" steht hier im Hebräischen das Wort elohim. Es ist das normale Wort für "Gott", kann aber auch mit "Engel" übersetzt werden.

"6 Denn du hast ihn wenig geringer gemacht als Engel, mit Herrlichkeit und Pracht krönst du ihn. 7 Du machst ihn zum Herrscher über die Werke deiner Hände; alles hast du unter seine Füße gestellt: 8 Schafe und Rinder allesamt und auch die Tiere des Feldes, 9 Vögel des Himmels und Fische des Meeres, was die Pfade der Meere durchzieht"

Hier wird also das Paradox Mensch sehr klar formuliert. Er ist nur ein winzig kleiner Punkt in der Unendlichkeit von Gottes Universum. Wenn wir uns angesichts der Streitgespräche der modernen Physik die unermessliche Unendlichkeit des Universums vor Augen führen, dann müssen wir wie David fragen: "Was ist der Mensch?" An einer Stelle sagt die Bibel, die Menschen seien wie Heuschrecken auf dem Angesicht der Erde (vgl. Jes 40,22). Und auch damit wird der Mensch in Proportion zu den gesamten Dimensionen des Universums größer gemacht als er eigentlich ist. Der Mensch ist nur ein winzig kleiner Punkt in einem riesigen Universum, das er niemals ganz und gar erkunden und niemals ganz und gar beherrschen wird. Und dennoch hat Gott großes Interesse an ihm.

Dann haben wir hier auch das Paradox der erstaunlichen Bestimmung und des gewaltigen Potenzials des Menschen. Er ist nur wenig geringer gemacht worden als Gott. Er ist dazu gemacht worden, über die ganze Erde zu regieren. Alles auf Erden ist unter seine Füße gestellt worden (vgl. 1Mo 1,26.28). Und wir stellen heute immer noch fest, dass der Mensch sozusagen dieses angeborene Empfinden hat, dass er regieren sollte, dass er ein Verlangen danach hat zu herrschen. Doch das Paradox besteht darin, dass er selbst nicht regieren kann. Er wird von allen möglichen persönlichen Problemen und Schwächen geplagt. Er wird von Problemen in seinen Beziehungen zu seinen Mitmenschen geplagt, was dazu führt, dass die Erde voller Kriege, voller Hass, voller Gewalt und voller Misstrauen ist. Und dennoch steckt tief im Menschen dieses Empfinden, dass er dazu bestimmt ist zu regieren.

Das ist also das Paradox:
Einerseits ist der Mensch ein winzig kleiner Punkt in der unendlichen Weite des Universums und dennoch hat Gott so großes Interesse an ihm. Andererseits haben wir das Paradox bzw. den Konflikt zwischen seiner Bestimmung und seines Potenzials auf der einen Seite und seiner Probleme und seiner Schwächen auf der anderen Seite.

Ein Spiegel

Wo finden wir nun eine Antwort auf die Frage: "Was ist der Mensch?" Ich möchte hierzu einen kleinen Vergleich, eine Veranschaulichung, heranziehen. Im natürlichen Bereich ist es so, dass wir nie unser ganzes Ich sehen können. Wir haben nicht die Möglichkeit, unseren ganzen Körper zu sehen. Es gibt Bereiche unseres Körpers, die wir niemals zu sehen bekommen. Wenn wir uns also im natürlichen Bereich selbst sehen wollen, brauchen wir dazu einen Spiegel. Dasselbe gilt auch im geistlichen Bereich. Wenn wir sehen wollen, wer wir wirklich sind, brauchen wir einen Spiegel. Und Gott hat uns einen geistlichen Spiegel gegeben, sein Wort, die Bibel, die Heilige Schrift.
Genau das sagt Jakobus in seinem Brief:

Jakobus 1,22-24
"22 Seid aber Täter des Wortes und nicht allein Hörer, die sich selbst betrügen! 23 Denn wenn jemand ein Hörer des Wortes ist und nicht ein Täter, der gleicht einem Mann, der sein natürliches Gesicht in einem Spiegel betrachtet. 24 Denn er hat sich selbst betrachtet und ist weggegangen, und er hat sogleich vergessen, wie er beschaffen war"

Gottes Wort ist also ein Spiegel, der uns aber nicht unsere natürliche Person zeigt, wie wir sie in einem ganz normalen Spiegel sehen. Es zeigt uns vielmehr unsere gesamte innere Persönlichkeit - wie wir innerlich tatsächlich aussehen. Und es gibt keinen anderen Spiegel, der uns das zeigen würde. Wir könnten in gewisser Weise sagen, dass Gottes Wort wie ein Röntgenspiegel ist, der das offenbart, was mit normalen Augen nicht zu sehen ist.
Dies wird auch sehr anschaulich im Hebräerbrief formuliert, wo es heißt:

Hebräer 4,12-13
"12 Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, sowohl der Gelenke als auch des Markes, und ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens; 13 und kein Geschöpf ist vor ihm unsichtbar, sondern alles bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, mit dem wir es zu tun haben"

Hier haben wir also Gottes Röntgenspiegel. Er wird auch mit etwas verglichen, was wir heute als das Skalpell eines Chirurgen bezeichnen würden, etwas, das in den inneren, unsichtbaren Teil des menschlichen Wesens vordringt. Es dringt vor bis zur Scheidung von Seele und Geist und das innere Wesen des Menschen besteht ja aus Seele und Geist. Ohne diesen Spiegel des Wortes Gottes weiß der Mensch wirklich nicht, wie sein eigenes inneres Wesen beschaffen ist und wie die Dinge dort zusammenhängen.

Ohne die Offenbarung der Bibel versteht der Mensch das Wesen von Seele und Geist nicht zur Gänze. Nur die Bibel kann zwischen diesen beiden Dingen, die so eng beisammen sind und aufs Engste zusammenhängen, eine Trennlinie ziehen. Aber die Bibel dringt bis in die innersten, entlegensten Winkel der menschlichen Persönlichkeit vor und offenbart, was sich dort tatsächlich befindet.

Im ersten Thessalonicherbrief finden wir das biblische Bild bzw. die biblische Offenbarung der gesamten menschlichen Persönlichkeit. Das ist Teil eines Gebets des Paulus für die Gläubigen, an die er schreibt:

1. Thessalonicher 5,23
"Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!"

Beachtet die Worte "völlig" und "vollständig". Paulus spricht hier über die vollständige menschliche Persönlichkeit und er zeigt auf, dass sie aus drei Elementen besteht, wenn er sagt: "... vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig bewahrt werden...". Das ist also die Offenbarung der Bibel über die vollständige Persönlichkeit des Menschen. Diese Persönlichkeit besteht aus drei Elementen: aus dem Geist und aus der Seele (das ist das innere Wesen des Menschen) und aus dem Leib (das ist sein nach außen hin sichtbares Wesen).

Um diese drei Elemente, aus denen die menschliche Persönlichkeit besteht, voll und ganz verstehen zu können, müssen wir zum Schöpfungsbericht zurückgehen, der in 1. Mose aufgezeichnet ist. Dort wird die ursprüngliche Absicht Gottes bei der Schöpfung des Menschen formuliert:

1. Mose 1,26
"Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen in unserm Bild, uns ähnlich! Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alle kriechenden Tiere, die auf der Erde kriechen!"

Beachte wiederum, dass es Gottes Absicht war, als er den Menschen schuf, dass dieser herrschen solle. Er sollte über die ganze Erde herrschen. Genau dieselbe Wahrheit wurde ja auch schon von David in Psalm 8 formuliert, den wir im Beitrag "Was ist der Mensch? - Einleitung" bereits gelesen haben.

Beachte auch, dass Gott in dieser Passage aus 1. Mose 1 in der Mehrzahl spricht. Er sagt: "Lasst uns Menschen machen in unserm Bild, uns ähnlich..." Hier stoßen wir auf ein grundlegendes Paradox der biblischen Offenbarung über Gott, nämlich dass Gott einer und gleichzeitig mehr als einer ist. Dieses Paradox ist bereits im Anfangsvers der Bibel enthalten, der da lautet: "Im Anfang schuf Gott..." Das hebräische Wort für "Gott" lautet, wie wir bereits gesehen haben, elohim. Elohim ist eine Pluralform (Singular Eloha) und wird manchmal im Plural auch als "Engel" übersetzt. Aber das Wort "schuf" im Hebräischen ist Singular. Ganz am Anfang wird also Gott in der Mehrzahl mit dem Verb "schaffen" in der Einzahl zusammengebracht. Hier haben wir also das Paradox, dass Gott in Seinem ureigensten Wesenskern einer und doch mehr als einer ist.

Wir wollen uns nun näher betrachten, was es bedeutet, dass Gott den Menschen in Seinem Bild gemacht hat, mit anderen Worten: Ein dreieiniger Gott schuf einen dreieinigen Menschen. Im weiteren Verlauf der Bibel werden die drei Personen offenbart, die der eine, wahre Gott sind: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Drei und doch eins, absolut eins. Das Schlüsselwort, das diesen Sachverhalt beschreibt, lautet "dreieinig", also drei in einem. Und hier stoßen wir auch auf die aufregende Offenbarung, dass der Mensch, weil er im Bild Gottes geschaffen wurde, auch ein dreieiniges Wesen ist. Er ist eine Person, die jedoch aus drei Elementen besteht: Geist, Seele und Leib. Somit haben wir also einen dreieinigen Menschen, der im Bild eines dreieinigen Gottes geschaffen wurde, um Gott zu repräsentieren und um Gottes Herrscher auf Erden zu sein.

Die einzige exakte Quelle für diese Erkenntnis ist die Bibel. Derek Prince war früher Professor für Philosophie und hat viele, viele menschliche Versuche studiert, das eigentliche Wesen des Menschen zu erkennen und herauszufinden, und er sagt: nirgendwo findet man eine zufriedenstellende Antwort. Der Mensch bleibt verwirrt. Er ist nicht in der Lage, sich selbst zu verstehen. Aber wenn wir im Glauben in den Spiegel des Wortes Gottes schauen, dann verstehen wir unser eigenes inneres Wesen und dann finden wir auch den Schlüssel für viele unserer Probleme, die wir auf keine andere Art und Weise lösen können.

Der ganze Mensch

Fassen wir kurz zusammen: Das Wort Gottes ist wie das Skalpell eines Chirurgen, wie ein Röntgenspiegel, der in unser innerstes Wesen vordringt und die beiden Elemente des inneren Wesens des Menschen offenbart, den Geist und die Seele, die so eng miteinander in Beziehung stehen, dass nur das Skalpell des Wortes Gottes die beiden voneinander scheiden kann. Und ohne die Offenbarung des Wortes Gottes sind sich die meisten Menschen dieser Dualität von Geist und Seele nicht bewusst.

Weiterhin hielten wir fest, dass der Mensch unter anderem dadurch Gott ähnlich ist, dass er, wie Gott, ein dreieiniges Wesen ist. Gott ist Vater, Sohn und Geist; der Mensch ist Geist, Seele und Leib.

Betrachten wir diesen Prozess der Erschaffung des Menschen nun etwas näher, weil wir dadurch besser verstehen werden, aus welchen Elementen das gesamte Wesen des Menschen besteht. Wir schlagen nun den ersten Vers auf, der die Schöpfung nicht nur erwähnt, sondern auch beschreibt:

1. Mose 2,7
"...da bildete Gott, der HERR, den Menschen, aus Staub vom Erdboden und hauchte in seine Nase Atem des Lebens; so wurde der Mensch eine lebende Seele"

Ein sehr dramatisches Bild. Wir sehen vor uns, wie der allmächtige Schöpfer eine makellose Form aus Ton bildet und dennoch ist es zunächst nichts anderes als eine Form aus Ton. Und dann neigt Er sich in Seiner Gnade und Güte herab, legt Seine göttlichen Lippen auf die Lippen aus Ton, Seine göttliche Nase auf die Nase aus Ton und haucht dieser Form Seinen Geist ein, den Hauch des Lebens, und dieser eingehauchte Geist verwandelt den Ton in eine vollkommene, lebende menschliche Persönlichkeit.

Das hebräische Wort in diesem Vers für "hauchen" lautet vaipach. Schon allein der Klang dieses Wortes weist darauf hin, dass Atem impulsiv ausgestoßen wird – vai-pach. Gott legte sozusagen Seine gesamte göttliche Energie in diesen Hauch, den Er dem Ton einhauchte. Es war kein matter Seufzer, sondern ein heftiges Einhauchen von Atem. Und dieser Atem Gottes, dieser Geist Gottes, machte aus dem Ton eine lebendige menschliche Persönlichkeit.

Wir finden also in diesem Bericht die drei Elemente vor. Als erstes den Atem oder Geist Gottes von oben. Als zweites den Ton von der Erde, aus dem der Körper geformt wurde. Und als drittes die Vereinigung des Geistes von oben mit dem Ton von der Erde, wodurch das hervorgebracht wurde, was die Bibel als "Seele" bezeichnet, also eine Persönlichkeit.
Ich möchte kurz über die beiden hebräischen Worte sprechen, die hier verwendet werden - das Wort für "Geist" und das Wort für "Seele". In der hebräischen Sprache ist es im Prinzip so, dass der Klang eines Wortes häufig Aufschluss über sein Wesen oder seine Bedeutung gibt. Wir haben bereits gesehen, dass das Wort für "hauchen", vaipach, einen starken, kräftigen Ausstoß von Atem beschreibt. Das hebräische Wort für "Geist", ruach / ר֫וּחַ, endet mit dem hebräischen Buchstaben chet (ח), also einem "ch". Das "ch" ist ein kontinuierlich nach außen strömender gutturaler (einen im Kehlbereich gebildeten Laut) Hauch. Er weist auf das Wesen des göttlichen Geistes hin, der kontinuierlich nach außen strömt, aus sich selbst existent ist, von nichts und niemandem abhängig. Eine wunderbare Beschreibung dessen finden wir im Römerbrief:

Römer 11,35-36
"35 Oder wer hat ihm vorher gegeben, und es wird ihm vergolten werden? 36 Denn aus ihm und durch ihn und zu ihm hin sind alle Dinge! Ihm sei die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen"

Alles kommt von Gott, alles wird von Gott am Leben erhalten, alles kehrt zu Gott zurück. Das ist der göttliche, ewige, sich selbst gebende, aus sich selbst existierende Geist, den das Wort ruach beschreibt.

Sehen wir uns nun das Wort für "Seele" an. Es heißt nephesh / נָ֫פֶשׁ. Das Wort nephesh umschreibt, wenn man es analysiert, zwei verschiedene Prozesse - als erstes den Atem in sich aufnehmen und als zweites den Atem wieder aushauchen. Habt ihr schon einmal jemanden schnarchen gehört? Genau das ist es. Erst einatmen und dann ausatmen. Das ist das Wesen der Seele. Die Seele ist nicht aus sich selbst existent. Die Seele ist abhängig. Die Seele muss vom Geist empfangen - erst einatmen, bevor sie ausatmen kann. Diese Tatsache wird sehr deutlich in einer Formulierung, die Paulus im 1. Korintherbrief verwendet, wo er Adam und Jesus gegenüber stellt. Er sagt:

1. Korinther 15,45
"So steht auch geschrieben: „Der erste Mensch, Adam, wurde zu einer lebendigen Seele (1Mo 2,7)“, der letzte Adam zu einem lebendig machenden Geist"

Das ist der Unterschied zwischen Geist und Seele. Der Geist hat Leben in sich selbst. Er gibt Leben. Aber die Seele muss erst vom Geist Leben empfangen, damit sie leben kann. Hier haben wir also den göttlichen Hauch Gottes, den ewigen, aus sich selbst existierenden Atem Gottes, der in diesen Körper aus Ton hineingehaucht wird und das Resultat dessen ist eine lebendige Seele, eine nephesh, etwas, das in existentieller Weise vom Geist abhängig ist und davon abhängig ist, dass es von Gott Leben empfängt und dieses Leben von Gott aufrechterhalten wird.
Das sind also die drei Elemente, die die gesamte Persönlichkeit des Menschen ausmachen: der Geist von oben, der Körper von der Erde und die Seele, die dadurch entsteht, dass Geist und Körper eins werden, eine lebendige menschliche Persönlichkeit.

Sehen wir uns zum Abschluss dieses Abschnitts noch kurz die griechischen Worte an, die im Neuen Testament für die drei Elemente verwendet werden, aus denen die gesamte Persönlichkeit des Menschen besteht. "Geist" heißt auf Griechisch pneuma / πνεῦμα, was auch "Wind" oder "Hauch" bedeuten kann. Unser deutsches Wort "pneumatisch" leitet sich beispielsweise davon ab, also etwas, das mit Luft betrieben wird. Das griechische Wort für "Seele" lautet psyche / ψυχή, von dem sich viele, viele deutsche Worte wie "psychisch" oder "Psychologie" ableiten. Das griechische Wort für "Körper" lautet soma / σῶμα und wir haben im Deutschen ja eine Kombination aus den beiden Worten psyche / Seele und soma / Körper, nämlich das Wort "psychosomatisch". Dieses Wort beschreibt ein Problem, das nicht einzig und allein auf den Körper des Menschen zurückgeht und nicht einzig und allein auf die innere Persönlichkeit des Menschen, sondern eine Kombination aus beidem ist.

Es ist interessant, dass im Englischen und in zahlreichen anderen ähnlichen Sprachen der nicht wiedergeborene Mensch viele Worte verwendet, die mit "psycho-" beginnen. Mit anderen Worten: Er beschäftigt sich sehr stark mit seiner Seele; er ist sich seiner Seele sehr bewusst. Derek Prince hat jahrelang griechische Philosophie in den griechischen Urtexten studiert und sagt, dass sich die griechische Philosophie in gewisser Weise um die Seele dreht und es interessant ist, dass es im Englischen oder im Deutschen praktisch keine Wörter gibt, die mit "pneuma-" beginnen und man sich in der griechischen Philosophie praktisch überhaupt nie mit diesem Element des Menschen beschäftigt. Was bedeutet das? Das bedeutet folgendes: Ohne den Spiegel der Offenbarung Gottes ist sich der Mensch dessen bewusst, dass er eine Seele hat. Aber seines eigenen Geistes ist er sich nicht bewusst. Es gibt ein Element in ihm, das viel tiefer ist als sein eigenes Verständnis, etwas, das er nicht ausloten kann, etwas, das er nicht ermessen kann und von dem er nur etwas durch göttliche Offenbarung erfährt. Wir sehen also wiederum, dass wir absolut auf den Spiegel des Wortes Gottes angewiesen sind, wenn wir die Wahrheit über uns selbst herausfinden wollen.

Durch Rebellion herbeigeführte Veränderungen

Beschäftigen wir uns als nächstes mit den radikalen Veränderungen in der gesamten Persönlichkeit des Menschen, die durch seine Rebellion gegen Gott herbeigeführt wurden. Alle menschlichen Probleme gehen letztendlich auf eine Wurzel, auf eine zentrale Ursache zurück, nämlich auf Rebellion gegen Gott. Die Worte des Propheten Jesaja in Jesaja lassen keinen Zweifel an dieser Tatsache:

Jesaja 53,6
"Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns jeder auf seinen eigenen Weg; aber der HERR ließ ihn [das ist eine Prophetie über Jesus] treffen unser aller Schuld [oder „Rebellion“]"

Es gibt also etwas, das wir alle gemeinsam haben, ein grundlegendes Problem der gesamten Menschheit: Wir alle haben uns unserem eigenem Weg zugewandt. Wir leben nach unserem eigenen Willen und sind rebellisch. Allein schon die Formulierung "der eigene Wille" lässt darauf schließen, in welchem Bereich dieses Problem entsteht, denn die Seele ist das Ich, sie ist das Ego, sie ist es, die sagt: "Ich will" oder "Ich will nicht", "Ich werde" oder "Ich werde nicht". Sie ist die Funktion der menschlichen Persönlichkeit, die die Entscheidungen trifft. Das Leben nach dem eigenen Willen bzw. die Rebellion entspringt in der Seele, nicht im Geist, nicht im Körper, sondern in der Seele. Und wenn wir in der Lage sind, unser Problem zu analysieren, werden wir feststellen, dass alle Probleme sich letztendlich auf jenen Bereich des menschlichen Wesens konzentrieren, der in der Bibel als die "Seele" bezeichnet wird.

Der Mensch traf also in seiner Seele die Entscheidung, Gott ungehorsam zu sein. Er wandte sich ganz bewusst gegen das Gebot, das Gott ihm gegeben hatte. Wir werden uns jetzt kurz die Folgen dieser Rebellion für jeden einzelnen Bereich der Persönlichkeit des Menschen ansehen. Fangen wir mit dem Geist an. Die Rebellion hatte zur Folge, dass der Geist starb. Dies impliziert 1. Mose 2,17, wo der Herr dem Menschen seine Anweisungen gibt und ihn warnt und sagt:

1. Mose 2,17
"...aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon ißt, mußt du sterben!"

Beachte die Formulierung: "... an dem Tag, da du davon ißt, mußt du sterben." In physischer Hinsicht starb Adam erst mit etwa 900 Jahren, aber Gott sagte: "... an dem Tag, da du davon ißt, mußt du sterben." Adam starb an diesem Tag, nicht physisch, sondern geistlich. Sein Ungehorsam schnitt ihn von der einzigen Quelle des innerlichen Lebens ab, dem ureigensten Wesen und der Person Gottes. Er wurde Gott entfremdet und von Gott abgeschnitten.

Sehr anschaulich wird dies auch in Jesaja 59,2 formuliert. Jesaja sagt zu seinen Zeitgenossen:

Jesaja 59,2
"...sondern eure Vergehen [oder „eure Rebellion“] sind es, die eine Scheidung gemacht haben zwischen euch und eurem Gott..."

Rebellion trennt die menschliche Persönlichkeit immer von Gott. Und wenn der Geist von Gott getrennt ist, stirbt er. So verstehen wir auch die Worte des Paulus an die Epheser. Hier schreibt er an Christen über ihren Zustand, noch bevor sie durch Buße und Glauben zu Gott umgekehrt waren.

Epheser 2,1-2
"Auch euch hat er auferweckt, die ihr tot wart in euren Vergehungen und Sünden, in denen ihr einst wandeltet gemäß dem Zeitlauf dieser Welt, gemäß dem Fürsten der Macht der Luft, des Geistes, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt"

Beachte folgendes: Das grundlegende Problem ist Ungehorsam. Und infolge des Ungehorsams und der Abkehr von Gott sind wir, wie es heißt, "tot in unseren Vergehungen und Sünden", nicht physisch tot, sondern geistlich tot, abgeschnitten vom Leben Gottes.

Paulus sagt dasselbe noch einmal mit sehr anschaulichen Worten in Epheser 4,18, wo er über die ungläubigen Nichtjuden spricht:

Epheser 4,18
"...sie [die Nichtjuden] sind verfinstert am Verstand, fremd dem Leben Gottes wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist, wegen der Verstockung ihres Herzens..."

Hier werden vier Wörter verwendet, die allesamt überaus anschaulich und plakativ sind: verfinstert, fremd, unwissend und verstockt. Das ist der Zustand des Menschen in seiner Rebellion: Er ist geistlich tot, tot in Vergehungen und Sünden, tot infolge seines Ungehorsams und seiner Rebellion.

Sehen wir uns nun die Folgen der Rebellion des Menschen im zweiten Element seiner Persönlichkeit, also in seiner Seele, an. Ich möchte es folgendermaßen umschreiben: Eine innere Macht der Rebellion setzte sich in der Seele des Menschen fest. Man könnte vielleicht auch sagen: Die Seele des Menschen wurde von Rebellion infiziert. Von Generation zu Generation hat dies zur Folge, dass der Mensch nicht mehr von außen her versucht werden muss. Vielmehr befindet sich eine latente, innere Macht der Rebellion in seiner Seele.

Die erste Versuchung kam von außen, von einer anderen Quelle her, an den Menschen heran. Wir haben eben auch schon diese Formulierung des Paulus in Epheser 2,2 betrachtet, wo er von den "Söhnen des Ungehorsams" spricht, also von jenen, die aus einer ungehorsamen Natur heraus geboren werden. Und in Vers 3 desselben Kapitels fährt er fort:

Epheser 2,3
"Unter diesen hatten auch wir einst alle unseren Verkehr in den Begierden unseres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten und von Natur Kinder des Zorns waren wie auch die anderen"

Das Wort "Begierden" in diesem Vers bezieht sich auf ein rebellisches oder pervertiertes Verlangen. Das heißt folgendes: Sobald sich der Mensch in seiner Rebellion gegen Gott gewandt hatte, war dieses Potenzial der Begierde, des pervertierten, bösen Verlangens in seiner Seele; die Versuchung konnte von innen her kommen. Und genau das sagt auch Jakobus 1,14:

Jakobus 1,14
"Ein jeder aber wird versucht, wenn er von seiner eigenen [von seiner eigenen inneren] Begierde fortgezogen und gelockt wird"

Das dritte Element des Menschen, der Körper, wurde als Folge der Rebellion des Menschen dem Verfall, der Verwesung und letztendlich dem Tod unterworfen:

1. Korinther 15,56
"Der Stachel des Todes aber ist die Sünde..."

Das Gift des Todes wurde durch seine Sünde in den Körper des Menschen hineingespritzt. Und infolgedessen wurde sein Körper dem Verfall, der Verwesung und dem Tod preisgegeben.

Zum Abschluss dieses Abschnitts möchte ich euch die umfassenden Auswirkungen der Rebellion auf die ganze Persönlichkeit des Menschen in einer Art Gesamtschau aufzeigen. Wozu führte diese Rebellion, welche Auswirkungen hat sie auf die gesamte Persönlichkeit des Menschen? Ich denke, man könnte die Antwort folgendermaßen zusammenfassen: Die beiden niedrigeren Elemente des Menschen, seine Seele und sein Körper, taten sich in der Rebellion gegen den von Gott eingesetzten inneren Herrscher, den Geist, zusammen. Gott hat den Geist eingesetzt, damit er über die Seele herrscht und er hat die Seele eingesetzt, damit sie über den Körper herrscht. Aber die Seele und der Körper vereinigten sich durch die Versuchung Satans, in ihrer Rebellion, gegen die Herrschaft des Geistes und entthronten gewissermaßen den Geist und setzten ihn von dem Platz der Herrschaft in der Persönlichkeit des Menschen, der ihm von Gott gegeben worden war, ab.

Danach wird dieser rebellische Zusammenschluss von Seele und Körper in der Bibel mit verschiedenen, überaus wichtigen Begriffen belegt. Das Neue Testament hat hierfür drei zentrale Begriffe: das Fleisch, der Leib, der Leib der Sünde. Und wenn wir diese Begriffe lesen, müssen wir verstehen, dass sie sich nicht einfach nur auf den physischen Körper des Menschen beziehen, sondern dass sie sich vielmehr auf jenes Wesen beziehen, das der Mensch in seinem physischen Körper durch seine Geburt geerbt hat. Und das umfassende Bild dessen, was als "das Fleisch" oder als "der Leib" oder als "der Leib der Sünde" bezeichnet wird, ist nicht einfach nur der physische Körper des Menschen, sondern vielmehr eben jene Kombination aus Seele und Körper, die sich in Rebellion gegen Gott befindet und gegen den von Gott eingesetzten inneren Herrscher, den Geist.

Das entscheidende Wort, das das Fleisch in diesem Sinne treffend beschreibt, ist das Wort "Verfall"; man könnte auch sagen "korrumpiert". Der Mensch ist korrumpiert und dem Verfall preisgegeben. Innen herrscht der moralische Verfall, außen herrscht der physische Verfall. Und es ist die Wesenseigenart des Verfalls, dass er immer weiter voranschreitet. Wir sehen das am physischen Wesen des Menschen: Zunächst ist der Verfall vielleicht nicht offensichtlich, doch je weiter dieser Prozess voranschreitet, je mehr Jahre vergehen, werden die Anzeichen des Verfalls in jedem Bereich des physischen Körpers immer offensichtlicher.

Dasselbe gilt auch innerlich in Bezug auf die Seele. Der Verfall ist im Voranschreiten begriffen. Und wenn dieser Prozess nicht unterbunden wird, wird es mit der menschlichen Persönlichkeit immer schlimmer und schlimmer werden.

Vom Tod zum Leben

Als Nächstes schauen wir uns die Lösung dieses Problems an, wie Gott sie für uns bereitgestellt hat und wie sie in der Schrift offenbart ist. Gott sei Dank gibt es ein Wunder, durch das der Geist des Menschen vom Tod wieder ins Leben zurückgeholt werden kann. Dieses Wunder bezeichnet man als "Wiedergeburt". Jesus selbst war der erste, der klar und deutlich über dieses Wunder sprach und Er unterstrich, dass es etwas absolut Wesentliches sei und dass es keine andere Möglichkeit gibt, wie sich der Mensch jemals von den Auswirkungen seiner Rebellion erholen könne. Diesen Auswirkungen kann man nur durch die Wiedergeburt entrinnen. Diese Tatsache wird sehr deutlich in der Unterhaltung zwischen Jesus und dem Pharisäer Nikodemus formuliert.

Johannes 3,3-7
"Jesus antwortete und sprach zu ihm [Nikodemus]: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren [bzw. „wiedergeboren“] wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er etwa zum zweiten Mal in den Leib seiner Mutter hineingehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes hineingehen. Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist. Wundere dich nicht, daß ich dir sagte: Ihr müßt von neuem geboren werden [oder: „ihr müsst wiedergeboren werden“]"

Jesus unterstreicht hier, dass diese Erfahrung etwas absolut Wesentliches und Unerlässliches ist. Es gibt keinen Ersatz dafür; es gibt keine Alternative. Nikodemus war ein guter und religiöser Mann, aber er verstand überhaupt nicht, worüber Jesus hier sprach. Er dachte, Jesus spreche vielleicht über eine zweite physische Geburt. Aber die Antwort Jesu weist darauf hin, dass er sich nicht auf eine physische Geburt bezog, sondern auf eine geistliche Wiedergeburt, bei der es darum geht, dass man aus dem Geist geboren wird, dass man von neuem geboren wird. Und das ist die Erfahrung, durch die der tote Geist des Menschen wieder Leben von Gott bekommt.

Vergleichen wir damit die Worte des Paulus an die Epheser:

Epheser 2,4-5
"Gott aber, der reich ist an Barmherzigkeit, hat um seiner vielen Liebe willen, womit er uns geliebt hat, auch uns, die wir in den Vergehungen tot waren [Beachtet: Wir waren geistlich tot], mit dem Christus lebendig gemacht [d.h. uns wieder geistlich lebendig gemacht mit Christus] - durch Gnade seid ihr errettet! [d.h. die Errettung, die Tatsache, dass wir mit Christus geistlich lebendig gemacht werden, geschieht aus Gnade]"

Und wir müssen verstehen - und es ist sehr wichtig, dies hervorzuheben und zu unterstreichen -, dass kein System aus Gesetzen und keine Religion dies bewerkstelligen kann. Kein System aus Gesetzen, keine Religion, so gut sie auch sein mag, so fundiert sie auch sein mag, kann einem Menschen, der in seinen Vergehungen geistlich tot ist, geistliches Leben geben.
Die Bibel lässt darüber keinen Zweifel:

Galater 3,21
"Denn wenn ein Gesetz gegeben worden wäre, das lebendig machen könnte, dann wäre wirklich die Gerechtigkeit aus Gesetz"

Ein toter Mensch braucht eins mehr als alles andere, nämlich Leben, keine Regeln, keine Religion, sondern geistliches Leben. Und die Bibel offenbart, dass man dieses Leben nur durch Glauben empfängt.

Wie geschieht nun diese Wiedergeburt? Wie sieht dieser Prozess aus? Ich möchte ihn euch ganz kurz vor Augen malen.
Zunächst einmal ist es so, dass das neue Leben aus einem Samen herauskommt. Dieser Same ist das Wort Gottes:

1. Petrus 1,23
"Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem Samen, sondern aus unvergänglichem durch das lebendige und bleibende Wort Gottes"

Und Jesus sagt:

Lukas 8,11
"Der Same ist das Wort Gottes"

Das Wort Gottes, das wir im Glauben in unser Herz aufnehmen, ist also wie ein Same. Und das Leben, das aus diesem Samen hervor kommt, entspricht von seinem Wesen her dem Wesen des Samens. Der Same ist göttlich, also ist auch das Leben göttlich. Der Same ist ewig, also ist auch das Leben ewig. Das Same ist unvergänglich und genauso ist von seinem Wesen her auch das Leben, das aus diesem Samen hervor kommt. Aber es ist die übernatürliche Wirkung des Heiligen Geistes erforderlich, um diesen Samen zum Keimen zu bringen. Er wird durch Glauben in das Herz des Menschen aufgenommen, aber man braucht den Heiligen Geist, um das Leben hervor zu bringen, das latent in diesem Samen verborgen ist.

Und deshalb sagt Jesus – wie wir bereits gehört haben – in Johannes 3,6:

"Was aus dem Geist [also aus dem Heiligen Geist] geboren ist, ist Geist"

Es ist also der Heilige Geist, der dort, wo das Wort Gottes im Glauben aufgenommen worden ist, tätig wird und diesen Samen dazu bringt, das Leben hervor zu bringen, das latent in ihm vorhanden ist. Im natürlichen Bereich wissen wir ja auch, dass ein Same potenziell Leben enthalten kann, aber dieses Leben beginnt vielleicht nie zu keimen, wenn sich an ihm nicht die richtigen Prozesse vollziehen. Genauso enthält auch der Same des Wortes Gottes potenziell das Leben Gottes, aber es ist die übernatürliche Wirkung des Heiligen Geistes erforderlich, um dieses Leben hervor zu bringen.

Sobald dieser Same dazu gebracht worden ist zu keimen und das Leben aus ihm herauskommt, reproduziert dieses Leben das Wesen Jesu. Jesus, das Wort in Person, wird aus dem gepredigten Wort hervorgebracht, wenn dieses durch den Heiligen Geist lebendig gemacht und zum Keimen gebracht wird. Es ist also sehr, sehr wichtig zu sehen, dass das neue Leben, die neue Natur, das neue geistliche Wesen, das aus der Wiedergeburt hervor kommt, das ureigenste Wesen Jesu selbst ist, das Wort Gottes in Person, das durch das gepredigte Wort Gottes empfangen wird.

Vergleichen wir damit, was Paulus in Römer 8,9-10 sagt:

"9 Ihr aber seid nicht im Fleisch [d.h. ihr seid nicht unter der Kontrolle der alten, rebellischen Natur], sondern im Geist, wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt. Wenn aber jemand Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein."

Was durch die Wiedergeburt in uns hervorgebracht wird, ist der Geist Christi. Und ohne den Geist Christi gehören wir nicht zu ihm. Wir sind vielleicht religiös, aber wir haben kein Leben.

Dann sagt Paulus:

"10 Ist aber Christus in euch, so ist der Leib zwar tot der Sünde wegen, der Geist aber Leben der Gerechtigkeit wegen"

Der Körper steht unter dem Todesurteil. Er steuert auf den Tod zu. Das ist das letztendliche Ende des physischen Körpers bis zur Auferstehung. Aber der Geist in diesem Körper wird lebendig gemacht wegen der Gerechtigkeit Jesu Christi, die uns durch Glauben verliehen wird. Ich möchte diese Worte noch einmal lesen, weil sie so wichtig sind:

"9 Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt. [Wir sind also nicht länger unter der Kontrolle der alten, fleischlichen Natur] Wenn aber jemand Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein. [Das ist das Einzige, das uns zu wahren Christen macht.] 10 Ist aber Christus in euch, so ist der Leib zwar tot der Sünde wegen, der Geist aber Leben der Gerechtigkeit wegen"

Das Alte stirbt, aber in uns wird neues geistliches Leben von neuem geboren.

Paulus beschreibt diese neue Beziehung mit Gott, die aus dieser neuen geistlichen Wiedergeburt heraus entsteht, sehr anschaulich, aber auch sehr leicht verständlich:

1. Korinther 6,17
"Wer aber dem Herrn anhängt, ist ein Geist mit ihm"

Aus diesem Grund ist es so wichtig, den Unterschied zwischen Geist und Seele zu verstehen. Es ist niemals die Seele, die dem Herrn anhängt und mit ihm eins wird. Es ist der Geist des Menschen, der zur Einheit mit Gott geschaffen wurde, der starb, als seine Einheit mit Gott zunichte gemacht wurde, und der durch die Wiedergeburt wieder die Fähigkeit verliehen bekommt, mit Gott eins zu sein. Der wiedergeborene Geist wird also in einer direkten Einheit und Gemeinschaft mit Gott wiedervereinigt.

Vergleichen wir damit die Worte Jesu aus Johannes 6,57:

"Wie der lebendige Vater mich gesandt hat, und ich lebe um des Vaters willen, so auch, wer mich isst, der wird auch leben um meinetwillen [oder wegen mir]"

Das ist eine Art Verkettung: Der Vater sandte Jesus und Jesus war vom Vater abhängig in Bezug darauf, anhaltend Leben zu haben und permanent eins mit dem Vater zu sein. Aber Jesus sagt: "Derjenige, der an mich glaubt, wird, was sein anhaltendes geistliches Leben anbelangt, von mir abhängig sein, so wie ich vom Vater abhängig bin".

Es ist also die durch Christus wiederhergestellte Einheit des wiedergeborenen Geistes des Menschen mit Gott, die ihm dieses neue, ewige Leben verleiht. Das Endziel der Wiedergeburt besteht also darin, die Einheit des Geists des Menschen mit Gott wiederherzustellen. Als er von Gott abgeschnitten wurde, starb er. Wenn seine Beziehung mit Gott wiederhergestellt wird, wird er wieder lebendig gemacht und er hat - in seiner Abhängigkeit von Jesus - Anteil am ewigen Leben Gottes, so wie Jesus seinerseits vom Vater abhängig ist.


Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok