Projektfortschritt "30 Grundsteine"

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Das ist der zweite Teil unserer vierteiligen Lehrserie zu dem Thema „Die Feinde, mit denen wir es zu tun haben“. Im ersten Teil untersuchten wir das Wesen und die Struktur des Reiches Satans und hielten dabei fest, dass sein Reich auf zwei verschiedenen Ebenen operiert. Die obere Ebene befindet sich in der Himmelswelt, irgendwo in dem himmlischen Bereich, der nicht der Himmel Gottes und nicht der sichtbare Himmel ist.

Seine obere Ebene besteht aus rebellischen Engeln, die Gott gegenüber Widerstand leisten. Die untere Ebene umfasst Menschen, die sich nicht Gott und der gerechten Herrschaft Jesu, des Messias und Heilands, ausgeliefert haben. Ich wies darauf hin, dass das Schlüsselwort „Rebell“ all jene beschreibt, die sich im Reich Satans befinden. Sie sind in Rebellion gegen Gott, ob sie nun Engelswesen sind oder Menschen.

Wir hielten auch fest, dass die Götter der heidnischen Welt, zum Beispiel im antiken Griechenland oder Rom oder wo auch immer, nur unterschiedliche Bezeichnungen und Darstellungen der Engelswesen in Satans Reich sind. Und all jene, die von heidnischen Religionen und in heidnischen Gesellschaften angebetet werden, sind satanische Engelswesen.

Und das, womit diese Menschen versuchen, Kontakt mit diesen satanischen Engelswesen aufzunehmen, bezeichnet man ganz allgemein als „Zauberei“. Man könnte auch sagen, dass Zauberei die Religion der gefallenen Menschheit ist. Sie hat zahllose unterschiedliche Erscheinungsformen und Zeremonien, aber sie hat auch dieses eine gemeinsame Merkmal, das man überall findet, nämlich dass sie in verschiedenerlei Weise eine Kontaktaufnahme mit unterschiedlichen satanischen Geistwesen herstellt. Es gibt dabei viele verschiedene Zeremonien; die meisten davon sind in gewisser Weise mit Sinneslust verbunden oder grausam oder verunreinigend. Es ist wirklich entsetzlich, sich all die Dinge vor Augen zu führen, die die Menschen aller Epochen bis heute getan haben, um sich irgendwie bei Satan und seinem Reich einzuschmeicheln.

Ich erwähnte in der vorigen Lehreinheit kurz die amerikanischen Indianer als ein Beispiel für eine ethnische Gruppierung, die zum allergrößten Teil noch nicht dem Herrschaftsbereich Satans entkommen ist. Ich las einmal in der Zeitschrift National Geographic, dass ihre wichtigste Zeremonie der so genannte „Sonnentanz“ ist. Dabei befestigen sie sich Haken in ihrer Haut und hängen dann an diesen Haken, wobei große Teile ihrer Haut herausgerissen werden. Dies tun sie als Anbetung ihres Gottes.

Es gibt zahllose andere unterschiedliche Formen dieser Anbetung überall auf der Erde. Ich sagte es schon: Man braucht nur in eine Gesellschaft von Menschen zu gehen, die sich bis heute Merkmale ihrer primitiven Natur erhalten hat und man findet dort ausnahmslos eine Person, die in unterschiedlichen Sprachen unterschiedliche Namen hat: Es ist der Medizinmann. In vielen dieser Gesellschaften ist der Medizinmann im Grunde die mächtigste Person.
Wir finden ein bemerkenswertes Beispiel hierfür in der Bibel. Es heißt, Philippus sei nach Samaria hinab gegangen und habe in einer Stadt Samariens gepredigt. Doch dort war ein Mann, der diese ganze Stadt in seiner Hand hatte. Sein Name war Simon und er war ein Zauberer, d.h. er praktizierte Zauberei. Es heißt, die ganze Stadt habe wegen der magischen Kräfte, die er hatte, vor ihm Angst gehabt. Das ist nichts Ungewöhnliches. In gewisser Weise ist das ein sehr typisches Bild für eine primitive heidnische Gesellschaft.

Rebellion und Zauberei hängen unmittelbar zusammen

Es gibt also einen direkten Zusammenhang zwischen Rebellion und Zauberei. Wenn ich „Rebellion“ sage, dann meine ich Rebellion gegen Gott.

Das wird in 1. Samuel 15,23 sehr deutlich. Diese Worte stammen aus dem Mund des Propheten Samuel und gehen an die Adresse von König Saul, nachdem Saul selbst zum Rebellen geworden war. Er hatte sich geweigert, der speziellen Aufgabe und Beauftragung zu gehorchen, die ihm durch den Propheten Samuel von Gott gegeben worden war. Und hier sagt Samuel Saul, wie Gott sein Verhalten einschätzt. Er sagt (wir könnten auch noch Vers 22 lesen):

„Hat der HERR so viel Lust an Brandopfern und Schlachtopfern wie daran, dass man der Stimme des HERRN gehorcht? Siehe, Gehorchen ist besser als Schlachtopfer, Aufmerken besser als das Fett der Widder. [Und nun folgt die Definition von Zauberei, wörtlich aus dem Englischen übertragen:] Denn Rebellion ist wie die Sünde der Zauberei und Widerstreben ist wie Abgötterei und Götzendienst. Weil du das Wort des HERRN verworfen hast, so hat er dich auch verworfen, dass du nicht mehr König sein sollst.“

Samuel zieht hier zweimal einen Vergleich. Rebellion ist ein Zwillingsbruder der Zauberei. Widerstreben bzw. Widerspenstigkeit ist ein Zwillingsbruder der Abgötterei bzw. des Götzendienstes. Ich werde an dieser Stelle nicht näher auf das Thema „Götzendienst“ eingehen, nur soviel: Ein starrsinniger, widerspenstiger Mensch ist in dem Sinne ein Götzendiener, dass er seine eigenen Meinungen zu seinem Götzen macht. Das ist eine Form von Götzendienst.

Es ist sehr interessant zu beobachten, welche Haltungen heute innerhalb des Leibes Christi vorherrschen. Die meisten von uns würden jemanden, der sich betrinkt oder offen unmoralisch lebt, niemals akzeptieren. Doch wie viele starrköpfige und widerspenstige Leute haben wir in unseren Gemeinden?! Und in den Augen Gottes sind sie Götzendiener. In den Gemeinden, in denen wir verkehren, würden wir zweifellos niemanden tolerieren, der einen Götzen aus Holz hat und vor der Gemeinde davor niederfällt und ihn anbetet. Wir würden sagen, dass wir so etwas nicht tolerieren. Doch bedauerlicherweise muss ich sagen, dass wir viele starrköpfige und widerspenstige Leute tolerieren. Und oft lassen wir sie einfach so ungeschoren davonkommen.

Doch kommen wir nun auf den anderen Vergleich zu sprechen. Rebellion ist wie die Sünde der Zauberei. Das ist sehr, sehr wichtig. Die Wurzel von Zauberei ist Rebellion. Und wo auch immer man Rebellion findet, kann man davon ausgehen, dass Zauberei nicht fern ist. Ich habe dies im Befreiungsdienst festgestellt. Dabei habe ich beispielsweise festgestellt, dass eine Person, wenn sie von einem Geist der Zauberei befreit werden musste, fast ausnahmslos auch Befreiung von Rebellion brauchte. Und auch andersherum trifft es zu: Wo man auf einen Geist der Rebellion trifft, sollte man nachprüfen und sich vergewissern, ob nicht auch ein Geist der Zauberei vorhanden ist. Die beiden hängen eng zusammen.

Ich möchte versuchen, euch kurz zu erklären, weshalb das so ist. Rebellion lehnt die Autorität Gottes ab, die legitime Autorität Gottes, so wie König Saul die Autorität des Wortes Gottes ablehnte. Doch ohne Autorität kann man im Leben nicht lange überleben. Wenn man also keine legitime Autorität hat, dann wird eine illegitime, also unrechtmäßige Autorität deren Platz einnehmen. Und wenn man illegitime Autorität hat, muss diese durch eine illegitime Macht untermauert und gestützt werden. Die illegitime Macht, die Rebellion stützt und trägt, ist die Macht der Zauberei. Also gilt: Wo auch immer man feststellt, dass eine illegitime Autorität ausgeübt wird, muss man sich darauf einstellen, dass man es mit Zauberei zu tun hat.

Es gibt ein sehr deutliches Beispiel hierfür aus der Geschichte der Vereinigten Staaten und zwar aus den 60-er Jahren des 20. Jahrhunderts. Damals gab es eine rebellische Generation. Sie wandte sich von praktisch allen überkommenen Formen von Autorität ab: Eltern, Kirchen, Regierung, was auch immer. Und daraus wurde eine Generation von Rebellen. Ich hatte es schon mit vielen Leuten aus dieser Generation zu tun und viele von ihnen, die zum Herrn kamen, sind heute meine Freunde. Doch fast ausnahmslos gingen all jene, die in Rebellion gingen, auch in den Okkultismus hinein, hinein in das satanisch Übernatürliche und hinein in Zauberei. Das ist die Logik der geistlichen Erfahrung. Es ist so gut wie unmöglich, dass jemand, der tief in Rebellion drinsteckt, nicht früher oder später auch unter die Macht von Zauberei kommt.

Gehen wir kurz noch einmal zum Beispiel von König Saul zurück. Ihr erinnert euch an die Geschichte: Er war Samuels Anweisung, alle Tiere, die gefangen worden waren, zu schlachten, ungehorsam und behielt, wie er sagte, die besten zurück, um sie Gott zu opfern. Gott sagte: „Ich habe kein Interesse an deinem Opfer, weil es aus Ungehorsam entspringt.“ Saul selbst hatte als König von Israel allen Hexen in Israel den Garaus gemacht. Doch kurz vor seinem Tod suchte er selbst eine Hexe auf, weil er verzweifelt darüber war, dass er die Stimme Gottes nicht mehr hörte. Das ist kein Zufall; das ist lediglich Ursache und Wirkung. Ich möchte das betonen. Wo auch immer es Rebellion gibt, wird es früher oder später auch Zauberei geben.

Ein weiterer Punkt ist Folgender: Wenn du etwas gegen Zauberei unternehmen möchtest, gegen das Satanisch-Übernatürliche, gegen Okkultismus in all seinen Erscheinungsformen, hast du noch nichts gegen die Wurzel an sich unternommen, wenn du lediglich etwas gegen den Okkultismus an sich unternimmst, denn die Wurzel ist Rebellion.

Ich möchte euch nun veranschaulichen, was Zauberei eigentlich ist. Das ist etwas, das Gott mir in einer Art „Kurs“ nahe gebracht hat, für den ich mich gar nicht eingeschrieben hatte. Ich wurde einfach so aufgenommen. Ruth und ich mussten gemeinsam diesen „Kurs“ machen. Ich möchte euch die Geschichte kurz erzählen.

Im Jahr 1979 waren wir im Herzen der USA auf einer Konferenz, nur etwa ein Jahr nach unserer Hochzeit. Es war eine Familienkonferenz und vom Thema her ging es auf dieser Konferenz im Wesentlichen um Beziehungen innerhalb der Familie, etc. Doch mitten im Verlauf der Konferenz stand ein junger Mann auf, den ich, wie ich meine, noch nie gesehen hatte; ich wusste nicht, wer er war, aber er sprach eine unglaublich vollmächtige Prophetie aus, die glücklicherweise auf Band aufgenommen wurde. Ich habe mir die Niederschrift davon angesehen. In dieser Prophetie sagte Gott, dass alles, was er bis zu diesem Zeitpunkt gegen Zauberei unternommen habe, lediglich ein paar vorbereitende oder einleitende Gefechte gewesen seien und dass er ab diesem Zeitpunkt (das war im Jahr 1979) der Zauberei den totalen Krieg erkläre. Und er nannte auch den Grund dafür: „Weil Zauberei Millionen von Menschen gebunden hat, die ich in meiner endzeitlichen Armee brauche.“

Dann sagte er uns noch etwas anderes, das wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht verstanden. Er sagte: „Wenn ihr mit mir in diesen Krieg zieht…“ und wir verstanden, dass er uns dazu aufrief, uns ihm anzuschließen, was wir dann auch taten, und er sagte: „…dann werdet ihr Menschen begegnen, die unter Flüchen stehen, die innerhalb von Familien von einer Generation zur nächsten weitergegeben wurden. Aber ihr braucht keine Angst zu haben, denn ihr werdet in der Lage sein, sie zu befreien.“ Damals richtete sich dieses Statement nur an Ruth und mich, doch in den darauf folgenden 10 Jahren oder so sind uns tausende Menschen begegnet, die unter Flüchen standen, die in ihren Familien von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Und Gott hat uns in seiner Gnade die Fähigkeit verliehen, sie freizusetzen.

Für mich war das eine Bestätigung dafür, dass diese Prophetie auch wirklich von Gott kam, denn sie enthielt eine Voraussage, über die wir damals nichts wussten, die sich aber anschließend voll und ganz bewahrheitet hat.

Auf diese Weise habe ich etwas über Zauberei erfahren. Ich hatte, ehrlich gesagt, schon etwas früher kurze Begegnungen mit Zauberei gehabt. An einem bestimmten Punkt war ich – ich denke, ich kann das so sagen – eine Art Pionier auf dem Gebiet des Befreiungsdienstes. Damals war ich eine sehr kontroverse Person. Manche Leute liebten mich; andere hassten mich, doch nur sehr wenige waren neutral. In vielen Fällen, mit denen ich es zu tun hatte, in denen jemand Befreiung brauchte, hatte die betreffende Person einen Geist der Zauberei.

Nun, ich war damals ein recht orthodoxer Pfingstler und ich bin immer noch ein Pfingstler, aber vielleicht nicht mehr ganz so orthodox! Die Leute, die Befreiung brauchten, waren Leute wie zum Beispiel die Tochter des Pastors oder die Frau des Diakons oder der Solist des Musikteams, also die letzten, von denen man meinen würde, dass sie Befreiung bräuchten! Ich fing an, mir darüber Sorgen zu machen und sagte: „Gott, ich hoffe wirklich, dass ich da nicht in etwas hineingerate, das nicht richtig ist.“ Ich sagte: „Bitte erklär mir doch, was Zauberei ist.“

Ich glaube, er gab mir folgende Antwort: „Zauberei ist der Versuch, Menschen zu kontrollieren und sie dazu zu bringen zu tun, was du willst, unter Zuhilfenahme irgendeines Geistes, der nicht der Heilige Geist ist.“ Und dann sagte der Herr zu mir quasi als Folge daraus: „Wenn eine Person einen Geist hat, den er oder sie gebraucht, ist es nicht der Heilige Geist, denn der Heilige Geist ist Gott und niemand gebraucht Gott.“ Ich wiederhole den ersten Teil noch einmal: „Zauberei ist im Wesentlichen der Versuch, Menschen zu kontrollieren und sie dazu zu bringen zu tun, was du willst, unter Zuhilfenahme irgendeines Geistes, der nicht der Heilige Geist ist.“ Und als meine Augen dafür geöffnet wurden, sah ich, warum die Gemeinde voller Zauberei war – weil es dort viele Menschen gibt, die wollen, dass andere Leute etwas tun, und sie bedienen sich jedes Mittels, das ihnen zur Verfügung steht, sie dazu zu bringen, es zu tun. Die meisten von ihnen erkennen gar nicht, was sie da tun!

Jetzt möchte ich drei Aspekte von Zauberei aufzeigen. Erstens: Zauberei als ein Werk des Fleisches (eine Tatsache, derer sich viele Leute gar nicht bewusst sind). Zweitens: Zauberei als eine böse geistliche Macht. Und drittens: Die Wirkung von Zauberei innerhalb der Gemeinde Jesu.

Zauberei – ein Werk des Fleisches

Betrachten wir als Erstes Zauberei als ein Werk des Fleisches. Schlagen wir hierzu die Aufzählung der Werke des Fleisches in Galater 5,19-20 auf. Ich möchte euch darauf hinweisen, dass hier in verschiedenen Übersetzungen verschiedene Begriffe verwendet werden. In einigen Übersetzungen steht „Zauberei“ in anderen „Hexerei“ und so weiter. Ich werde im Verlauf dieser Lehre für euch noch genauer zwischen den drei Hauptbereichen von Zauberei differenzieren, die da sind: Zauberei, Divination und Hexerei. Doch hier in dieser Passage steht in manchen Bibelausgaben „Zauberei“ und in anderen „Hexerei“. Ich möchte euch sagen, dass das im Grunde nur verschiedene Bezeichnungen für ein und dieselbe Macht sind.

Paulus sagt also in Galater 5,19:

„Offenbar aber sind die Werke des Fleisches; es sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei…“

Hier erscheinen also mitten in der Aufzählung der Werke des Fleisches auch Götzendienst und Zauberei. Das heißt, sie sind Ausdruck der gefallenen fleischlichen Natur des Menschen. Ich sage: So ist die gefallene Natur. Wir in unserer gefallenen Natur haben das Verlangen, andere Menschen zu kontrollieren. Wir wollen, dass andere Menschen tun, was wir wollen. Und sehr oft gebrauchen wir illegitime Mittel, um das zu erreichen.

Diese Wirkung umfasst drei Schlüsselbereiche und ich möchte, dass ihr jetzt gut zuhört, denn immer, wenn ihr auf diese Bereiche stoßt, habt ihr es mit Zauberei zu tun. Es kann sein, dass euch das bislang noch nie aufgefallen ist.

Drei Schlüsselbereiche der fleischlichen Zauberei

Diese drei Schlüsselbereiche bzw. Schlüsselbegriffe sind „manipulieren“, „einschüchtern“ und „beherrschen“. Der Endzweck dieser Dinge besteht darin, Menschen zu dominieren und zu kontrollieren und dazu zu bringen, dass sie tun, was wir wollen. Es gibt zwei verschiedene Wege zu diesem Ziel. Der eine ist manipulieren; der andere ist einschüchtern. Und es hängt von der speziellen Situation und Absicht ab, welchen Weg eine Person einschlägt. Doch ob sie sich der Manipulation bedient oder der Einschüchterung – das Endziel von alledem besteht darin, andere zu kontrollieren und zu beherrschen.

Im natürlichen Bereich – und wir sprechen jetzt noch nicht von irgendwelchen übernatürlichen Dingen – im natürlichen Bereich ist Zauberei als Werk des Fleisches im Grunde in allen Bereichen der Gesellschaft wirksam. Einige von euch werden nach dieser Lehre die Dinge in einem völlig neuen Licht betrachten. Ich hoffe, dass ihr als Erstes in den Spiegel schauen werdet! Bevor du mit dem Finger auf deinen Mann zeigst oder auf deine Frau oder deine Großmutter oder deine Schwiegermutter oder auf wen auch immer, solltest du dich selbst unter die Lupe nehmen. Versteht ihr?

Ich möchte euch ein paar Beispiele geben: Nehmen wir zum Beispiel das Familienleben. Ob die Leute es mögen oder nicht – Gott hat für die Familie eine bestimmte Ordnung eingesetzt. Der Mann ist das Haupt der Frau. Die Menschen können die Familie auf den Kopf stellen, doch Gott hat seine Ordnung nicht widerrufen. Und unter der Autorität von Mann und Frau stehen die Kinder, die in der Ordnung Gottes der Autorität ihrer Eltern unterstellt sind. Zauberei wird sich nun entweder der Manipulation oder der Einschüchterung bedienen, um diese göttliche, d.h. von Gott autorisierte Ordnung zu umgehen.

Nehmen wir als erstes Beispiel die Kinder. Kinder verstehen es meisterlich zu manipulieren. Dazu muss man nicht erst ein bestimmtes Alter erreichen. Ein Kind mit fünf Jahren kann schon meisterhaft manipulieren. Nehmen wir an, Mama hat sich Gäste zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Das kleine fünfjährige Kind weiß, dass seine Mutter nicht will, dass es Kuchen isst. Aber der Kleine weiß auch, dass, wenn Gäste da sind, es für Mama ausgesprochen schwierig ist, nein zu sagen. Wenn die Gäste da sind, kommt der oder die Kleine rein und sagt: „Mama, bekomme ich Kuchen?“ Und wie wird die Mutter reagieren? Vermutlich bekommt die Kleine, was sie will. Die Mutter wird auf diese Weise manipuliert.

Vor vielen, vielen Jahren lebten meine erste Frau und ich neben einer Familie von Pfingstlern: Vater, Mutter und eine dreijährige Tochter. Damals gingen die Leute gern am Samstagabend ins Lebensmittelgeschäft zum Einkaufen. Sie zogen sich an und gingen am Samstagabend zum Einkaufen ins Geschäft; das kleine Mädchen war ein echter Engel und ging fröhlich mit. Als sie dann am darauf folgenden Tag in die Sonntagsschule gehen wollten, warf sich die Kleine auf den Boden, strampelte mit den Beinen in der Luft und schrie, um die Eltern davon abzuhalten, dorthin zu gehen, wo sie hinwollten. Das kleine Mädchen argumentierte nicht, aber in ihm steckte eine Kraft, die nichts dagegen hatte, dass die Eltern zum Einkaufen gingen, sich aber mit Händen und Füßen dagegen wehrte, dass die Eltern an den Ort gingen, wo sie das Wort Gottes hören konnten.

Schritt für Schritt kommt man ihm auf die Schliche. Ein befreundeter Prediger sagte einmal: „Nehmen wir ein sechs Wochen altes Baby in der Wiege. Es ist nass. Es braucht eine frische Windel. Deshalb schreit es. Mama kommt, hebt das Baby hoch, wechselt die Windel und kuschelt das Baby. Das Baby liebt das natürlich! Das nächste Mal, wenn das Baby gekuschelt werden möchte, schreit es, obwohl seine Windel gar nicht nass ist. Was ist das? Manipulation.“

Das ist etwas, das für den gefallenen Menschen ganz natürlich ist und zwar nicht nur für Kinder. Auch Mütter und Väter können davon betroffen sein. Eine Frau neigt von Haus aus eher dazu zu manipulieren. Ein Mann geht möglicherweise den Weg der Einschüchterung. Doch beide haben dasselbe Ziel: Sie wollen den anderen kontrollieren. Wenn die Frau nicht bekommt, was sie will, macht sie ihrem Mann eine gewaltige Szene, lässt das Essen anbrennen und macht ihrem Mann das Leben zur Hölle. Was tut er früher oder später? Er gibt nach.

Es kann aber auch der Mann sein. Es gibt hier verschiedene Möglichkeiten. Der Ehemann ist vielleicht ein echter Rohling. Er ist vielleicht sehr stark und oft schlecht gelaunt und wenn er nicht bekommt, was er will, schreit er herum, wird gewalttätig und droht seiner Frau. Die ganze Familie schleicht dann nur noch auf Zehenspitzen durchs Haus. Sie alle wollen um jeden Preis vermeiden, dass Papa noch einen Wutanfall bekommt. Was tut er? Er schüchtert sie ein. Was bezweckt er damit? Er will sich durchsetzen.

Es kann natürlich sein, dass Mann und Frau Differenzen haben. Die göttliche Ordnung sieht so aus, dass sie sich von Angesicht zu Angesicht und unter Gebet aussprechen und Gott suchen. Doch Manipulation stellt sich dem eigentlichen Thema nicht; sie macht immer einen Bogen drum herum und schleicht sich von hinten an. Die wahren Themen kommen nie ans Licht und es gibt in unseren Ländern was weiß ich wie viele Millionen Ehepaare, die ihre Differenzen nie wirklich ans Licht bringen; vielmehr versuchen beide, den anderen zu umgehen und sich von hinten anzuschleichen, um zu bekommen, was er bzw. sie will. Das ist Manipulation.

Oder nehmen wir ein anderes Beispiel – die Gemeinde Jesu. Es gibt viele viele Fälle von Manipulation in der Gemeinde Jesu. Nehmen wir eine Pfingstgemeinde. Ich glaube nicht, dass es recht viel gibt, das ich nicht über die Pfingstler wüsste. Ich war Anglikaner und bin jetzt Pfingstler und ich denke, ich weiß ganz gut, wie sie denken und handeln. Vielleicht bin ich bei den Anglikanern nicht mehr so auf dem Laufenden, aber es gibt noch alle möglichen anderen Leute, über die ich nicht so viel weiß.

Gut. Nehmen wir eine kleine Pfingstgemeinde. Sie hat einen jungen Pastor. Es ist seine erste Pastorenstelle. Es sind nur etwa hundert Leute in der Gemeinde und er ist etwas nervös und furchtsam. In der Gemeinde sind zwei sehr geistliche Schwestern. Sie sind nicht nur geistlich, sondern übergeistlich. Sie wissen, wie die Gemeinde laufen sollte. Aber sie setzen sich nicht unter Gebet mit dem Pastor zusammen und sprechen sich mit ihm aus, sondern eine von ihnen bekommt eine Sprachenrede und die andere die passende Auslegung dazu! Und auf diese Weise sagen sie dem Pastor, was er zu tun hat! Ihr glaubt nicht, dass so etwas tatsächlich geschieht? Ich sage euch, dass so etwas sehr wohl geschieht. Was ist das? Manipulation.

Das gilt auch fürs Geschäftsleben. Auch dort manipulieren Menschen einander. Der Chef manipuliert seine Sekretärin oder die Sekretärin manipuliert ihren Chef. Ich kann nicht näher darauf eingehen, aber ihr könnt erkennen, dass das, worüber ich hier spreche, etwas ist, das für den gefallenen Menschen ganz natürlich ist. Das ist Zauberei als Werk des Fleisches und ihre drei Kennzeichen sind Manipulation, Einschüchterung und Beherrschung. Ich würde sagen: Wo auch immer dir diese Dinge begegnen, steckt die Macht der Zauberei dahinter.

Und wenn du mit offenen Augen durchs Leben gehst, ist es viel einfacher, etwas dagegen zu unternehmen. Ein Trick, dessen sich Zauberei recht häufig bedient, besteht darin, dir Schuldgefühle zu geben. „Du bist nicht gekommen und hast mich nicht besucht, als ich krank war. Ich war ganz allein.“ So jemand zieht nie die Tatsache in Betracht, dass die andere Person eine Menge zu tun hatte. Ich habe Folgendes gelernt: Wenn ich feststelle, dass mir jemand Schuldgefühle gibt, dann halte ich inne und frage mich, was hier in mir am Werk ist. Wie ich die Bibel verstehe, gibt der Heilige Geist niemandem Schuldgefühle. Er überführt von Sünde, Gerechtigkeit und Gericht. Er legt seinen Finger auf konkrete Dinge und sagt: „Das hast du falsch gemacht. Du musst es so machen. Du musst Buße tun und es bereinigen.“ Doch Schuldgefühle hören niemals auf. Du fragst dich: „Habe ich wirklich genug getan?“ oder: „Hätte ich mehr tun sollen?“ oder: „Was habe ich Falsches gesagt?“ oder: „Warum redet sie in der Gemeinde nicht mehr mit mir?“

Eine weitere Wirkungsweise von Zauberei besteht darin, dass sie versucht, dir den Eindruck zu vermitteln, die Meinung und Wertschätzung einer Person sei ganz besonders wichtig. „Wenn du das nicht tust, wird mir das gar nicht gefallen.“ Die Person sagt das zwar nicht so, aber es kommt so rüber. Auch in solchen Fällen habe ich gelernt, mich selbst zu fragen: Ist die Wertschätzung und Billigung dieser Person wirklich so wichtig für mich, dass ich mich dafür von ihr manipulieren lasse?“ In aller Regel komme ich zu dem Fazit, dass sie eben nicht so wichtig ist.

Ich möchte euch auf etwas hinweisen, was damit zusammenhängt; wir finden das in Jakobus 1,14. Das Verlangen, Macht zu haben, Kontrolle auszuüben und auch Erkenntnis zu erlangen, ist eine markante Eigenschaft jedes menschlichen Wesens. Und Satan nutzt dieses Verlangen aus, um Macht über uns zu erlangen. Genau das sagt Jakobus in Jakobus 1,14:

„Ein jeder aber wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde fortgezogen und gelockt wird.“

In dir steckt diese Begierde nach Macht, nach Kontrolle, nach Wertschätzung, nach Erkenntnis – das steckt in jedem von uns, das ist uns angeboren. Doch wenn Satan das gebrauchen kann, bringt er uns unter seine Kontrolle. Ihr macht euch gar keine Vorstellung, wie viele Menschen heutzutage in okkulte Dinge verstrickt sind. Auf die USA bezogen schätze ich, dass es mindestens 75 Prozent aller Amerikaner sein müssen, die irgendwie in okkulte Dinge verstrickt sind. Welches Motivs bedient sich Satan? Das Verlangen nach Macht, das Verlangen, Kontrolle auszuüben, und der Wunsch, Erkenntnis zu erlangen. Welches Verlangen war dafür verantwortlich, dass die Menschheit das allererste Mal in große Schwierigkeiten geriet? Habt ihr euch schon einmal überlegt, wonach Adam verlangte? Nach Erkenntnis. Und als er sich in unrechtmäßiger Weise nach Erkenntnis ausstreckte, wurde er ein Gefangener Satans.

Zahllose Menschen in aller Welt werden in den Okkultismus hineingelockt, weil sie das Verlangen haben, Erkenntnis zu erlangen. „Wo kam mein Sohn hin, als er starb?“ So fragen sich manche und worauf läuft das hinaus? Dass sie an einer Seance teilnehmen! „Wird meine Ehe glücklich verlaufen?“ Das ist die Frage und was tun die Leute dann? Sie gehen zu einem Wahrsager. Das ist das Motiv, das dahinter steckt. Und genau das ist es, was Satan ausnutzt.

Zauberei als geistlicher Macht

Sehen wir uns nun Zauberei als geistliche Macht an. Jetzt sprechen wir über etwas, das übernatürlich ist; es ist mehr als eine bloße menschliche Fähigkeit. Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass nicht alles Übernatürliche von Gott kommt. Vieles davon kommt von Satan. Ich glaube, dass dem Menschen nur zwei Quellen zur Verfügung stehen, um an das Übernatürliche zu gelangen: Gott oder Satan. Jede übernatürliche Macht, die nicht von Gott kommt, kommt von Satan. Ich sagte es schon: Gottes Reich ist ein Reich des Lichts. Normalerweise weißt du, wie du in Gottes Reich dran bist. Doch Satans Reich ist ein Reich der Finsternis; du weißt nicht, was dich manipuliert, was dich kontrolliert und was dich treibt.

Ich glaube, dass das, wovon wir hier sprechen, drei zentrale Äste hat, die wir mit unserer Sprache beschreiben können. In anderen Sprachen muss man sich vielleicht einer etwas anderen Terminologie bedienen. Diese drei Bereiche sind Zauberei, Divination und Hexerei. Ich werde versuchen, euch diese drei Bereiche zu veranschaulichen. Ich denke, dass sie den gesamten Bereich des satanisch Übernatürlichen abdecken.

Zauberei ist die Macht des ganzen; sie bewirkt Macht. Und sie wirkt durch Dinge wie Zauber- und Bannsprüche und Flüche. Ich denke, die vielleicht stärkste Waffe der Zauberei sind die Flüche. Flüche sind eine uralte Praktik.

Wenn ihr 4. Mose 22 aufschlagt, werdet ihr sehen, dass Bileam jemand war, den wir heute als Medizinmann bezeichnen würden. Bileam ist ein Typ Mensch, dem man auch heute noch begegnet und der mit am schwierigsten überhaupt zu klassifizieren ist, weil er nämlich für das Übernatürliche aus beiden Quellen offen ist, also sowohl von Gott als auch von Satan. Und es gibt heute viele Leute, die so sind. Es ist mit am schwierigsten überhaupt, mit ihnen richtig umzugehen, weil sie manchmal Recht haben und manchmal falsch liegen. Wenn jemand nur für Gott offen ist, dann wird er immer richtig liegen. Wenn jemand nur für Satan offen ist, wird er immer falsch liegen. Doch die Leute, mit denen der Umgang wirklich schwierig ist und die wir auch in allen Gemeinden finden, das sind die Leute, die manchmal für Gott offen sind und manchmal für Satan. Ich sage euch eins: Wenn ein Pastor es mit solchen Leuten zu tun hat, dann braucht er viel Einsicht, Autorität und Mut.

Sehen wir uns nun an, was Balak, der König von Moab, zu Bileam, dem Medizinmann, sagte. 4. Mose 22,10. Bileam erklärt hier Gott, was Balak von ihm wollte.

„Und Bileam sagte zu Gott: Balak, der Sohn Zippors, der König von Moab, hat sie zu mir gesandt: ‚Siehe, das Volk, das aus Ägypten ausgezogen ist, bedeckt die Fläche des Landes.‘“

Welches Volk ist hier gemeint? Israel.

„‚Komm jetzt, verfluche es mir! Vielleicht bin ich dann imstande, gegen es zu kämpfen und es zu vertreiben.‘“

Das ist die standardmäßige Vorgehensweise bei den Kulturen der Bibel. Es war ganz normal, dass Könige oder andere, die in den Krieg zogen, diesen Krieg nicht nur auf der natürlichen Ebene auskämpften, sondern auch auf der übernatürlichen Ebene Krieg führten. Deshalb brachten sie ihre Medizinmänner dazu, das andere Volk zu verfluchen. Es gibt eine Liste von Flüchen, die die ägyptischen Pharaonen im 19. Jahrhundert vor Christus aussprachen; es sind insgesamt 66 Nationen, über denen sie Flüche aussprachen. Was bezwecken sie damit, diese Nationen zu verfluchen? Sie wollen sie soweit bringen, dass sie sie im Krieg besiegen können.

Es ist schon interessant: Als Goliath gegen David antrat, verfluchte er ihn im Namen seines Gottes. Das war nicht nur ein vulgäres Schauspiel; er bekräftigte damit tatsächlich: „Mein Gott wird etwas gegen deinen Gott unternehmen.“ In gewisser Weise war die Kriegsführung in der Antike häufig nicht einfach nur ein Konflikt zwischen Nationen, sondern man sah darin auch eine Kraftprobe zwischen den Göttern der jeweiligen Nationen. Als Gott beispielsweise gegen Ägypten vorging und Israel aus Ägypten herausholte, heißt es im Psalm, er habe die Götter Ägyptens gerichtet, also nicht nur die natürlichen Herrscher, sondern auch die geistlichen Herrscher.

Bileam war also als jemand angeheuert worden, der gute Flüche aussprechen kann; das war sein Beruf. Ruth und ich besuchten vor einigen Jahren die englische Stadt Bath. Dort hatte man gerade eben einen heidnischen Tempel ausgegraben und dabei festgestellt, dass eine der Hauptfunktionen des Priesters in diesem Tempel darin bestand, für Leute, die zu ihm kamen, Flüche niederzuschreiben. Sie trauten es sich selbst nicht zu, einen Fluch aufzuschreiben, der gut genug wäre; deshalb bestand die Funktion des Priesters darin, einen wirklich entsetzlichen Fluch gegen die Person aufzuschreiben, die der Auftraggeber gerne vernichten wollte. Ihr schmunzelt? Ihr braucht nicht darüber zu schmunzeln? Vielleicht findet ihr das komisch, doch in gewisser Weise hat das funktioniert. Die Menschen tun etwas nicht Jahrtausende lang in einer ganz bestimmten Art und Weise, wenn nicht etwas Reales daran wäre!

Gehen wir weiter zur Divination; dies ist ein Begriff, der in den meisten modernen Bibelübersetzungen mit „Wahrsagerei“ wiedergegeben wird. Dies ist das Element der Erkenntnis im Rahmen von Zauberei. Daraus resultiert nun nicht Macht, sondern Erkenntnis und Erkenntnis war ja das, wie ich schon sagte, wonach dem Menschen als Allererstes verlangte und was ihn zur Sünde veranlasste.

In Apostelgeschichte 16 finden wir ein Bild, das keinen Zweifel lässt. Apostelgeschichte 16,16 folgende. Das geschah, als Paulus und Silas in Philippi ankamen, um das Evangelium zu predigen.

„Es geschah aber, als wir zur Gebetsstätte gingen, dass uns eine Magd begegnete, die einen Wahrsagegeist hatte….“

Im Griechischen steht hier wörtlich, sie habe einen „Geist der Python“ bzw. einen „Python-Geist“ gehabt – mit anderen Worten: einen Schlangengeist. Denkt daran, dass Schlangen in heidnischen Kulturen immer schon als Quelle von außergewöhnlicher Erkenntnis und Weisheit galten. In der US-Hauptstadt Washington gibt es eine bekannte Wahrsagerin, die in ihrer Autobiographie erklärt, sie habe diese Kräfte bekommen, als eine Schlange mit ihr im Bett war.

Ich möchte euch darauf hinweisen, dass das, was diese Magd sagte, absolut wahr war. Sie wusste das nicht aufgrund ihrer natürlichen Fähigkeiten; sie wusste es aufgrund von übernatürlichen Fähigkeiten. Sie war ja nur eine einfach Magd.

„Sie brachte ihren Herren großen Gewinn durch Wahrsagen.“

Weil sie eine Magd war, bzw. eine Art Sklavin, bekam nicht sie die Einnahmen, sondern ihre Herren.

„Diese [Magd] folgte dem Paulus und uns nach und schrie und sprach: Diese Menschen sind Knechte Gottes, des Höchsten, die euch den Weg des Heils verkündigen.“

Ist das nicht erstaunlich? Das stimmte ganz exakt. Wenn ich diese Stelle kommentiere, sage ich manchmal, diese Magd wäre von modernen Missionsgesellschaften sofort zum Gründungsmitglied der Gemeinde zu Philippi gemacht worden! Sie war die erste Person, die erkannte, wer Paulus und Silas waren. Doch Paulus wusste, dass aus ihr nicht der Geist Gottes sprach, sondern ein Wahrsagegeist.

Letztlich drehte Paulus sich um und gebot dem Geist im Namen Jesu, aus der Frau auszufahren; er fuhr aus und sie war ab dann nicht mehr in der Lage, Wahrsagerei zu betreiben. Ihre Herren waren zornig, weil sie dadurch viel Geld verloren, so dass sie Paulus und Silas vor den Magistrat zerrten und den Rest der Geschichte kennt ihr ja.

Die ganze Stadt war im Aufruhr, weil eine einzige Sklavin vom Geist der Wahrsagerei befreit worden war. In dieser Situation unternahm Paulus nicht nur auf der natürlichen, physischen Ebene etwas gegen das Reich Satans, sondern auch gegen das Reich Satans in der Himmelswelt, weil dessen gegen die Gemeinde gerichtete Strategie vereitelt wurde.

Es ist schon bemerkenswert, dass fast überall, wo Paulus hinging, ein Aufruhr entstand. Später, im 2. Korintherbrief, sagte er, ein Engel Satans habe ihn geschlagen. Ich glaube, dass das korrekt ist und ganz genau so war. Das ist keine metaphorische Ausdrucksweise. Es gab tatsächlich einen satanischen Engel, der in jeder Stadt, in die Paulus kam, einen Aufruhr verursachte. Warum gibt es bei uns keinen Aufruhr? Vielleicht bereiten wir Satan nicht genug Unannehmlichkeiten. Ich glaube wirklich, dass es viel mehr Aufruhr geben wird, wenn die Gemeinde das ist, was sie sein sollte. Und es wird auch viel mehr Erweckungen geben. Ich weiß nicht, wie viele Erweckungen man haben kann, ohne dass Hand in Hand mit ihnen Aufruhr entsteht. Ihr müsst euch entscheiden: Ist es das wert?

Als Nächstes kommen wir auf Hexerei zu sprechen. Der Begriff wird nicht immer so verwendet, aber ich glaube, dass Hexerei durch Gegenstände wirksam wird: Zaubertränke, Amulette, alle möglichen Glückssymbole wie das Hufeisen. Das ist alles okkult. Die Menschen tragen Dinge am Körper, die ihnen Glück bringen. Das Ganze funktioniert auch durch Liebestränke. Das ist sehr, sehr weit verbreitet: „Ich möchte, dass sich dieser Mann in mich verliebt. Also gehe ich zum Medizinmann, er macht mir einen Trank, ich schütte ihn dem Mann ins Essen und danach wird er sich in mich verlieben.“ Und in gewissem Maße funktioniert das natürlich auch.

Ruth und ich waren gemeinsam mit einigen anderen Brüdern und Schwestern in Sambia. Dort boten wir allen Frauen, die unfruchtbar waren und keine Kinder bekommen konnten, an, für sie zu beten. Für Afrikaner ist so etwas eine echte Katastrophe. Etwa 400 Frauen kamen und stellten sich vor uns auf. Bevor wir beteten, stellte ihnen jemand eine Frage (und diese Frauen waren allesamt bekennende Christen). Die Frage lautete: „Wie viele von euch sind zum Medizinmann gegangen, um einen Trank zu bekommen, der euch von eurer Unfruchtbarkeit befreit?“ Und bis auf zwei hoben alle Frauen die Hand! Wir haben es hier also nicht mit etwas Seltenem oder Ausgefallenem zu tun.

Hexerei wird auch durch Musik wirksam. Ich erwähnte bereits, dass Luzifer höchstwahrscheinlich für die Musik im Himmel verantwortlich war. Er weiß eine Menge über Musik. Er kennt ihre Macht. Und vieles an der zeitgenössischen Musik, vieles an dem, was als „Acid Rock“ bezeichnet wird und anderen Formen, ist schlicht und einfach Hexerei. Schaut euch einen jungen Menschen an, der sich das eine Stunde lang anhört. Anschließend starren seine Augen ins Leere und er hat den Kontakt mit der Realität verloren.

Ein weiterer zentraler Ast der Hexerei sind Drogen. Das griechische Wort für „Hexerei“ leitet sich direkt vom griechischen Wort für „Droge“ ab. Der ganze Drogenkult mit allem, was damit einhergeht, z.B. „Acid Rock“ etc., ist ein deutliches Beispiel dafür, wie Hexerei in unserer Kultur am Wirken ist. Fast alle diese Leute werden, wenn sie zu Jesus kommen, von dieser Macht befreit werden müssen. Ja, ich selbst bin soweit gekommen, dass ich inzwischen bezweifle, ob es überhaupt sinnvoll ist, mit Menschen aus diesem speziellen Segment unserer Gesellschaft zu arbeiten, wenn man nicht versteht, wie man gegen Dämonen vorgeht.

Sehen wir uns nur ein Bild für Hexerei an. Es stammt aus Offenbarung 9,21. Hier wird eine Szene beschrieben, die, wie ich glaube, noch in der Zukunft liegt, in einer Phase der Menschheitsgeschichte, in der sich Gottes Gerichte manifestieren und über die Gottlosen kommen. Es heißt hier in Vers 20 und 21:

„Und die übrigen der Menschen, die durch diese Plagen nicht getötet wurden, taten auch nicht Buße von den Werken ihrer Hände, nicht mehr anzubeten die Dämonen und die goldenen und die silbernen und die bronzenen und die steinernen und die hölzernen Götzenbilder [beachtet, dass Götzendienst hier an erster Stelle genannt wird], die weder sehen noch hören noch wandeln können [und beachtet als Nächstes, was mit Götzendienst Hand in Hand geht]. Und sie taten nicht Buße von ihren Mordtaten noch von ihren [Hexereien] noch von ihrer Unzucht noch von ihren Diebstählen.“

Das Wort „Hexerei“ hier (oder „Zauberei“) wird in manch anderen Bibelversionen mit „Drogen“ übersetzt. Hand in Hand mit Hexerei gehen sexuelle Unmoral und Gewalt. Dass Gewalt in unserer heutigen Gesellschaft immer mehr überhand nimmt, ist größtenteils auf die Wirkung von Hexerei zurückzuführen. Wenn ihr darüber beten wollt, dann betet nicht nur über den Ast, sondern ihr werdet euch auch mit der Wurzel befassen müssen.

Zauberei innerhalb der Gemeinde Jesu

Nun kommen wir zum dritten Bereich dieses Themenkreises, nämlich Zauberei innerhalb der Gemeinde Jesu. Das ist ein Bereich, von dem einige Christen überhaupt keine Ahnung haben, was da abläuft.

Ich möchte gerne Galater 3 aufschlagen und die ersten fünf Verse lesen.

„Unverständige Galater! Wer hat euch bezaubert…“

Habt ihr diese Aussage schon einmal auf euch wirken lassen? Das waren charismatische Christen, Christen wie die Pfingstler. Ihr werdet sehen, dass sie den Herrn kannten, dass sie errettet waren, dass sie den Heiligen Geist empfangen hatten, dass sie Wunder erlebten, aber sie waren „bezaubert“. Und das ist das griechische Standardwort für „bezaubern“ oder „verzaubern“. Interessanterweise wird es noch heute im Griechischen verwendet. Das Wort baskaino ist das moderne griechische Wort für den „bösen Blick“. Ich weiß das zufällig, weil ein griechisch-orthodoxer Priester, der den Herrn Jesus kennen gelernt hatte, vor Jahren einmal zu mir kam und sagte: „Beten Sie für mich. Ich möchte von diesem baskaino befreit werden.“ Es ist exakt dasselbe Wort, das hier in dieser Bibelstelle Verwendung findet.

„Unverständige Galater! Wer hat euch bezaubert, denen Jesus Christus als gekreuzigt vor Augen gemalt wurde?“

Woran erkannte Paulus, dass hier Zauberei am Werk war? Was war das Indiz dafür? Das ist sehr wichtig: Zauberei hatte die Offenbarung von Jesus Christus als dem Gekreuzigten, die sie empfangen hatten, vernebelt. Das ist das Hauptziel von Zauberei innerhalb der Gemeinde: Sie will die Realität des gekreuzigten Christus verschleiern und verbergen.

Seht euch die nächsten Verse an. Sie beschreiben, was daraufhin geschah:

„Nur dies will ich von euch wissen: Habt ihr den Geist aus Gesetzeswerken empfangen oder aus der Kunde des Glaubens?“

Beachtet, dass sie den Heiligen Geist empfangen hatten. Paulus fragt: „Wie habt ihr ihn empfangen? Indem ihr das Gesetz des Mose gehalten habt? Oder indem ihr das Evangelium im Glauben gehört habt?“

„Seid ihr so unverständig? Nachdem ihr im Geist angefangen habt, wollt ihr jetzt im Fleisch vollenden?“

Ich neige zu der Anschauung, dass man diesen Text als Motto am Eingang vieler Gemeinden anbringen könnte: „Seid ihr so unverständig? Nachdem ihr im Geist angefangen habt, wollt ihr jetzt im Fleisch vollenden?“

„So Großes habt ihr vergeblich erfahren? Wenn es wirklich vergeblich ist! Der euch nun den Geist darreicht [beachtet: Sie haben den Geist Gottes bekommen] und Wunderwerke unter euch wirkt, tut er es aus Gesetzeswerken oder aus der Kunde des Glaubens?“

Zwei Resultate der Verzauberung der Gemeinde Jesu - Fleischlichkeit und Gesetzlichkeit

Die Wurzel des Problems bestand also darin, dass die Realität des gekreuzigten Jesus von einer bösen satanischen Macht, die sich eingeschlichen hatte, verdunkelt bzw. vernebelt worden war. Die beiden daraus resultierenden Probleme waren Fleischlichkeit und Gesetzlichkeit. Sie waren zu fleischlichen Anstrengungen zurückgegangen, den Willen Gottes zu tun und Gott zu gefallen und alle möglichen Regeln und Vorschriften zu halten, um vor Gott Gerechtigkeit zu erlangen. Sie hatten damit den Zweck des Todes Jesu komplett verpasst.

Das Endresultat wird in Vers 10 formuliert:

„Denn alle, die aus Gesetzeswerken sind, die sind unter dem Fluch; denn es steht geschrieben: ‚Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buch des Gesetzes geschrieben ist, um es zu tun!’“

Mit anderen Worten: Paulus sagt, wenn du wieder dorthin zurückgehst, dass du versuchst, Gerechtigkeit zu erlangen, indem du das Gesetz hältst, dann darfst du nicht vergessen, dass du die ganze Zeit über das ganze Gesetz halten musst; wenn nicht, kommst du unter einen Fluch. Denn als Israel in das Land Kanaan kam, mussten sie mit als Allererstes einen Fluch über sich selbst aussprechen, der einträfe, wenn sie nicht die ganze Zeit über das ganze Gesetz halten würden.

Wenn du für einen Teil der Zeit einen Teil des Gesetzes hältst, hilft dir das überhaupt nichts. Wenn du dadurch gerechtfertigt werden möchtest, dass du das Gesetz hältst, dann musst du die ganze Zeit über das ganze Gesetz halten. Und niemand von uns kann in den Augen Gottes jemals durch die Werke des Gesetzes gerechtfertigt werden. Das ist eine Täuschung Satans; das ist eine Täuschung, die in erster Linie den menschlichen Stolz anspricht. Paulus sagt, Abraham hätte etwas gehabt, dessen er sich rühmen könnte, wenn er durch Werke gerechtfertigt worden wäre. Doch nicht vor Gott, denn – so sagt Paulus – Abraham glaubte Gott und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet. Im Grunde hätte jeder von uns gerne etwas, wessen er sich rühmen oder womit er prahlen kann. Auf diese oder jene Weise wären wir gerne etwas gerechter als unser Mitmensch. Und indem wir ein Sortiment bestimmter Regeln haben, an die wir uns halten, überzeugen wir uns irgendwie selbst davon, dass wir dadurch auf dem rechten Weg sind.

Als ich vor vielen Jahren in der britischen Armee zum Herrn kam, wurde ich ein Zeuge für den Herrn. Weil ich ein Leben führte, das sich sehr von dem meiner Kameraden unterschied, kamen viele von ihnen zu mir und fingen an, mit mir zu reden. Ich sagte dann immer zu ihnen: „Nein, ich bin nicht religiös geworden. Ich wurde gerettet.“ Dann erzählte ich ihnen ein bisschen was über die Errettung.

Die erste Reaktion von fast jedem sah so aus, dass sie anfingen, mir eine kleine Aufzählung der Regeln zu präsentieren, an die sie sich hielten! Jeder einzelne hatte eine Liste, die für seine spezielle Lebenssituation maßgeschneidert war. Versteht ihr? Mit anderen Worten: Die erste Reaktion des Menschen, wenn er mit der Forderung Gottes nach Gerechtigkeit konfrontiert wird, lautet: „Ich werde ein Gesetz halten.“

Ich habe es schon oft gesagt (und manchmal damit einige Christen regelrecht schockiert): „Das Christentum besteht nicht aus einem Sortiment von Regeln und Vorschriften.“ Wenn wir es darauf reduzieren, haben wir die Vision vom Kreuz und damit auch die Kraft Gottes verloren.

Hierzu eine kleine Anmerkung. Ich persönlich reise durch viele Teile der Welt und diene Christen unterschiedlichster Herkunft. Und dabei habe ich gesehen, dass es zwei Dinge gibt, die die Gemeinde meines Erachtens vor allem anderen braucht: Als Erstes muss die zentrale Rolle und Funktion des Kreuzes Jesu wieder an ihren angestammten Platz zurückgeführt werden, denn das Kreuz ist es, das das Christentum ganz elementar von allen anderen Religionen unterscheidet. So etwas wie das Kreuz gibt es in keiner anderen Religion. Und wenn wir das Kreuz wegrücken – und damit auch seine Einzigartigkeit –, machen wir einen Rückschritt und leben wieder nach Regeln und Vorschriften. Die menschliche Psychologie kann dir sagen, was falsch läuft, aber sie kann dich nicht in die Lage versetzen, das Richtige zu tun. Diese Kraft kommt einzig und allein aus einer Quelle und diese Quelle ist das Kreuz.

Als Zweites (und das hängt mit dem Ersten zusammen) muss die Gemeinde Jesus wieder seine Funktion als Haupt zurückgeben. Denn Gott hat ihn zum Haupt über alles der Gemeinde gegeben. Das Problem liegt darin, dass im Grunde die Gemeinde nicht wirklich anerkennt, dass Jesus das Haupt ist. Das Haupt trifft die Entscheidungen; der Leib folgt diesen Entscheidungen. In wie vielen Gemeinden werden die Entscheidungen tatsächlich durch Jesus über den Heiligen Geist getroffen? Wie viele Gemeinden laden überhaupt jemals Jesus ein, er solle die Entscheidungen treffen – geschweige denn, dass sie darauf hören, was er zu sagen hat? Wo liegt das Problem? Welche Macht ist hier am Werk? Es ist Zauberei.

Ich habe euch eine Diagnose gestellt. Wenn ihr diese Diagnose nehmt und beginnt, danach zu handeln, wird sich eure Haltung und eure Perspektive zu vielen Dingen, die euch elementar und ganz nah betreffen, von Grund auf verändern. Denn Satan liebt es, im Finstern zu wirken. Er mag es nicht, dass die Leute wissen, was er macht und wie er es macht.

Ich sage euch, dass es gewaltigen persönlichen Widerstand dagegen gegeben hat, dass ich euch heute diese Lehre bringe. Und ich weiß auch, warum. Weil diese Lehre Dinge ans Licht bringt, von denen Satan nicht möchte, dass sie ans Licht kommen – sei es nun das Wesen der Zauberei im natürlichen Bereich als ein Werk des Fleisches oder sei es das Wesen der Zauberei im übernatürlichen Bereich. Das Letzte, was er will, ist, dass Christen erkennen, dass Zauberei in der Gemeinde am Wirken ist.

Warum möchte Satan das Kreuz ins Dunkel rücken und vernebeln? Ich möchte euch drei Gründe dafür nennen. Das Kreuz ist die einzige Grundlage für alles, was Gott seinem erlösten Volk bereitgestellt hat. Es gibt keine andere Grundlage. Es heißt in Hebräer 10,14:

„Denn mit einem Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer vollkommen gemacht.“

Durch das Opfer Jesu am Kreuz hat Gott alles getan, was je ein Mensch benötigen wird und zwar durch alle Epochen der Geschichte hindurch. Es ist alles durch das Kreuz schon geschehen.

Doch wir müssen uns das, was im Kreuz enthalten ist, schrittweise aneignen. Wir sind im Begriff, geheiligt zu werden. Was Jesus getan hat, ist vollendet, abgeschlossen und komplett. Doch der Prozess des Aneignens verläuft kontinuierlich. Ich glaube nicht, dass es auch nur einen Menschen gibt – mich selbst eingeschlossen –, der sich bereits alles zu Eigen gemacht hat, was uns durch das Kreuz zur Verfügung gestellt worden ist. Doch wenn wir diesen Prozess der Heiligung durchlaufen, wenn wir heilig gemacht werden, wenn wir Gott ähnlich gemacht werden, wenn wir mehr und mehr denken, wie Gott denkt, wenn wir mehr und mehr auf seine Weise leben, werden wir uns auch das Kreuz mehr und mehr zu Eigen machen. Doch wenn sich Zauberei einschleicht, wird Zauberei das Kreuz ins Dunkel rücken und vernebeln und obwohl wir wie Königskinder leben sollen, werden wir anfangen, wie Bettler zu leben. Denn alle Vorzüge und Segnungen, die Gott uns zur Verfügung gestellt hat, kommen einzig und allein auf der Grundlage des Kreuzes zu uns.

Satan ist sehr scharfsinnig. Er weiß genau, wo er hinschlagen muss. Er weiß: Wenn er das Kreuz ins Dunkel rücken kann, dann ist ihm die Gemeinde Jesu ausgeliefert.

Der zweite Grund, warum Satan das Kreuz ins Dunkel rücken und vernebeln möchte, ist darin zu suchen, dass das Kreuz das Mittel war, das Satan die totale Niederlage zufügte. Ich kann nicht alle Schriftstellen aufzählen, doch durch das Kreuz fügte Jesus Satan eine totale, ewige und irreversible Niederlage zu. Satan kann nichts daran ändern, aber er kann versuchen, diese Wahrheit vor uns zu verbergen, so dass wir nicht mehr im Sieg leben, weil wir nicht erkennen, dass der Sieg bereits für uns errungen wurde.

Der dritte Grund: Das Kreuz ist die einzige Kraftquelle für ein wahres christliches Leben. Du kannst die Bergpredigt so oft zitieren, wie du willst, und alle möglichen Psychologen werden sagen, dass der Mensch auch so leben sollte. Doch es gibt nur eine Möglichkeit, wie wir auch die Fähigkeit bekommen, so zu leben – durch das Opfer Jesu am Kreuz, denn sein Opfer unternahm etwas gegen den alten Menschen, gegen die fleischliche Natur des Menschen. Paulus sagt: „Unser alter Mensch wurde mit ihm gekreuzigt.“ Er sagt etwas später im Galaterbrief: „Die aber dem Christus Jesus angehören, haben das Fleisch samt den Leidenschaften und Begierden gekreuzigt.“ Solange du nicht gelernt hast, das Kreuz auf dein fleischliches Wesen anzuwenden, wirst du von ihm beherrscht werden. Du kannst es nicht selbst beherrschen. Paulus sagt in Römer 6,6: „…da wir dies erkennen, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde abgetan sei, dass wir der Sünde nicht mehr dienen.“ Dahingehend hat das Kreuz vorgesorgt.

Ich erwähnte schon, dass ich von meiner Herkunft her Anglikaner bin und ich danke Gott für die vielen wunderbaren Dinge, die ich dadurch bekommen habe. Ich weiß, dass einige von euch das zu schätzen wissen. In jenen Tagen, die schon lange zurück liegen, hatten wir jeden Sonntagvormittag um 11.15 Uhr ein allgemeines Bekenntnisgebet. Bei diesem Bekenntnisgebet sagten wir unter anderem: „Vergib uns elenden Sündern.“ Ich schaute mir damals immer die Leute an, die da saßen und dachte mir, dass diese Beschreibung recht gut auf sie passe. Aber ich dachte mir auch: Was nützt eine Religion, wenn sie aus dir nur einen elenden Sünder macht? Meine letztendliche Schlussfolgerung war, dass ich auch ohne Religion ein Sünder sein könne und dann wäre ich nicht halb so elend. Und das tat ich dann auch.

Aber ich sagte mir damals noch etwas anderes: Ich kann am Sonntagvormittag meine Sünden bekennen, aber ich weiß, dass ich dann in die Woche gehen und wieder dieselben Sünden begehen werde. Gefällt es Gott, wenn ich Sünden bekenne, die ich danach gleich wieder tun werde? Ich war nicht unehrlich; ich hatte nur keine Erkenntnis. Ich wusste nicht, dass dafür Vorkehrung getroffen worden war, dass der alte Rebell in mir zu Tode kommen kann. Aber das ist durch das Kreuz geschehen.

Ich lese euch kurz etwas aus meinem Manuskript vor: „Zauberei ersetzt die Kraft, die vom Kreuz kommt, durch fleischliche Leistung und gesetzliche Mittel und Wege.“ Du stellst zehn Regeln auf und die Leute halten sich nicht daran. Also sagst du: „Gut, dann stellen wir eben zwanzig Regeln auf.“ Und dann halten sie noch weniger Regeln und du stellst als Reaktion darauf vierzig Regeln auf. Doch die Leute werden nicht dadurch gerecht, dass man Regeln aufstellt. Hast du das gewusst?

Das Judentum kennt 613 Gebote. Einer meiner Enkel ist Mitglied einer sehr ultraorthodoxen jüdischen Gruppierung und diese Leute sagen: „Wir halten 32 von den 613 Geboten.“ Sie halten mehr als irgendjemand sonst. In Wirklichkeit ist es so, dass wir alle möglichen Regeln haben können, aber wir halten sie nicht. Wenn wir zu den Regeln und Vorschriften zurückgehen, ist dies auf die Wirkung von Zauberei in unserem Leben zurückzuführen.

Ich persönlich glaube, dass dies in fast jedem größeren Segment der Gemeinde Jesu geschehen ist. Vielleicht seid ihr da anderer Meinung. Ich denke, dass jedes größere Wirken Gottes in der Gemeinde Jesu etwas hervorgerufen hat, das bedeutsam, lebendig und vollmächtig war – doch innerhalb einer oder zwei Generationen haben sie die Vision vom Kreuz wieder verloren und gingen zurück zu fleischlichen Anstrengungen und Mühen und zu Regeln und zu Organisationsformen.

Ich möchte abschließend noch einen Vers aus Jeremia 17 zitieren, wo es heißt:

„Verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut und Fleisch zu seinem Arm macht und dessen Herz vom HERRN weicht!“

Seht ihr: Das ist der Fluch, den Zauberei über die Gemeinde bringt. Wir vertrauen nicht mehr auf die übernatürliche Gnade und Kraft Gottes, sondern auf das Beste, was wir aus eigener Kraft heraus schaffen können.

Und damit beenden wir diese Lehreinheit.


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